Der Mann vom Meer
Es gibt Musik, die ohne eine bestimmte Landschaft undenkbar ist. Was wäre Janáceks «Schlaues Füchslein» ohne Hukváldy? Gäbe es die «Alpensymphonie» ohne das Panorama von Garmisch? Wie wäre die Zweite von Brahms ohne Pörtschach ausgefallen? Wie Webers Wolfsschlucht und Wagners Nibelheim ohne die Sächsische Schweiz?
Benjamin Britten wuchs an Englands Ostküste auf, in einem Nest namens Lowestoft. Das Meer hat ihn immer fasziniert. «Peter Grimes», sein Durchbruchstück, lebt davon.
Britten konnte alles in Klang fassen: Fischgeruch und Gischt, die Enge in den Köpfen und die Weite der Natur, Bigottes und Unterdrücktes. Er porträtierte genau und ließ am Ende doch alles offen. Homosexualität konnte 1945 noch kein unmissverständliches Thema einer Oper sein. Ulrich Schreiber hat in seinem «Opernführer für Fortgeschrittene» eindringlich beschrieben, wie bei Britten der schwule Subtext als ästhetischer Mehrwert zum Tragen kommt. Komponiert wurde «Peter Grimes» in einer alten Mühle unweit von Brittens Geburtsort. Sie befindet sich in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden. Nur eine Tafel erinnert daran: Hier entstand jene Oper, die der englischen Musik mit einem Schlag die lange ...
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Alle sechs Jahre finden in Erl Passionsspiele statt. 2008 ist wieder so ein Jahr. Fünfhundert Laiendarsteller aus dem Dorf werden die Kreuzigung als kommunalen Akt bestreiten. Der Text, den sie sprechen, wird neu gefasst sein, aber wie immer auf das Osterspiel des Meistersingers Sebastian Wild aus dem 17. Jahrhundert zurückgehen. Die Musik wird nicht mehr, wie...
Der klassische Mythos hat dank seiner metaphorischen Kraft bis in unsere Zeit überlebt. Mehr noch: Er berührt das Wesen der Kunst an sich. Erstaunlich, dass nur wenige australische Komponisten sich durch die mythische Überlieferung – sei es des alten Griechenlands oder der Aborigines – haben inspirieren lassen. Schon aus diesem Grund ist Richard Mills’ neue Oper...
Mit Kinder- und Jugendoper neues Publikum für das Musiktheater zu gewinnen, ist manchen Häusern bereits eine eigene Programmschiene wert. In München haben solche Aufführungen noch Seltenheitswert. Doch jetzt versuchten sich sowohl das Gärtnerplatztheater wie die Staatsoper, aber auch (erneut) das Festival für Neue Musik «ADEvantgarde» auf diesem Gebiet: Eine...
