Bedrohte Vielfalt
Die Zerstörung der Artenvielfalt bedrohe die Menschheit mindestens genauso wie der Klimawandel, mahnte dieser Tage der Präsident des Biodiversitätsrats bei den Vereinten Nationen. Ähnlich wie etwa industrielle Landwirtschaft als eine der Ursachen für den Rückgang der Insektenbestände gelten kann, dürfte der kulturelle Globalisierungsprozess für das zunehmende Aussterben von Sprachen und Dialekten mitverantwortlich sein.
An diese Problematik haben Elena Mendoza und Matthias Rebstock wohl gedacht, als sie für die Schwetzinger Festspiele des SWR ihr drittes gemeinsames Musiktheaterprojekt «Der Fall Babel» konzipierten.
Wie der Titel andeutet, nimmt das zur Eröffnung der 68. Festivalsaison aus der Taufe gehobene Auftragswerk Bezug auf den biblischen Bericht vom Turmbau zu Babel. Während dort der für Verwirrung sorgende Verlust einer einheitlichen Ursprache als göttliche Strafe für menschliche Hybris geschildert wird, drehen Mendoza und Rebstock den Spieß um. In 13 Szenen und einem Epilog führt ihre «Oper» vom anfangs chaotisch reichen Nebeneinander zahlreicher Idiome zur Horrorvision der Gleichschaltung: Am Ende bleibt nur eine Lingua franca für alle übrig.
Die 1973 in Sevilla ...
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alpha
23.06. – 20.15 Uhr
Offenbach: «Les contes d’Hoffmann»
Bayerische Staatsoper (2014)
ML: Carydis, I: Jones, S: Damrau, Villazón, Conners, Relyea, Brower, von der Damerau, Reß, Power, Stephinger
arte
02.06. – 17.40 Uhr
Werke von Monteverdi, Malvezzi, Gagliano, Caccini
Aus dem Spiegelsaal von Schloss Versailles
ML: Pichon, S: Desandre, Zaïcik, Richardot, Gonzalez...
Während Jean-Philippe Rameaus Opern inzwischen auch außerhalb Frankreichs einen Platz im Repertoire gefunden haben, tut man sich mit seinen opéra-ballets immer noch schwer. Diese Mischgattung aus Gesang und Tanz, die in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ihre Blütezeit erlebte, ist ohne den höfischen Rahmen, für den sie geschaffen wurde, nicht leicht...
Friedrich Nietzsches früher Text «Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben» hat seine Aktualität keineswegs eingebüßt, sondern gerade für den Kulturbetrieb gewonnen, in dem die Vergangenheit immer mehr die Gegenwart überlagert, der Nostalgie mitunter schier nekrophile Züge beigemischt sind. Dazu gehört, dass der Kult um die großen «runden» Geburts- und...
