Barockes Zaubertheater

Monteverdi: Il ritorno d’Ulisse in patria GENF | GRAND THÉÂTRE

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Wartehallen von Flughäfen gelten als Unorte. Perfektioniert für ihre Aufgabe des möglichst reibungslosen, sicheren und schnellen Transfers möglichst vieler Menschen und deren Gepäck sollen sie gerade so einladend sein wie unbedingt nötig. Entscheidend ist die Eindeutigkeit ihrer Funktionen. Poesie wird hier jedenfalls nicht gebraucht. Für Claudio Monteverdis «Il ritorno d’Ulisse in patria» hat FC Bergman nun aber just und in aller Deutlichkeit eine solche Halle auf die Bühne des Genfer Grand Théâtre gewuchtet.

Hinten sehen wir den Security-Bereich mit den Metalldetektoren, vorn links steht ein Wasserspender, von hinten links führt eine Rolltreppe zu den Sitzreihen für die Wartenden, rechts zieht das Gepäckband seine Runden. Nur die Reisenden sind Mangelware, es ist wenig los an diesem namenlosen und zu Anfang arg dunklen Airport, offenbar herrscht hier Nachtflugverbot, oder es ist gerade Nebensaison. 

Die relative Ruhe scheint indes angemessen für die Handlung: Schließlich geht es ja um die Rückkehr des berühmtesten Reisenden der Antike und um das Schicksal der berühmtesten Wartenden aller Zeiten: Odysseus und Penelope. Ganze zwanzig Jahre harrte die mutmaßlich treue Gattin auf ...

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Opernwelt Mai 2023
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Peter Krause

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