Ausweg ausgeschlossen

Amsterdam | de Raaff: Waiting for Miss Monroe

Opernwelt - Logo

Fünfzig Jahre ist es her, dass sie vergiftet in ihrer Wohnung in Los Angeles aufgefunden wurde. Und doch hat jeder beim Stichwort «Marilyn Monroe» immer noch Assoziationen und Bilder im Kopf: die platinblonden Haare, der Kussmund, «I wanna be loved by you». Eine tragische Ikone: Allzu unvereinbar blieben innere Wünsche und äußere Erwartungen. Dazu kommt der frühe Tod mit 36 Jahren, der sie zwar nicht in den berühmten «Club 27» an die Seite von Jim Morrison, Kurt Cobain oder Amy Winehouse einlässt, aber in der kollektiven Erinnerung doch unsterblich macht.

Diesen Stoff für eine Oper zu nutzen, liegt nahe. Der niederländische Komponist und bekennende 50er-Jahre-Fan Robin de Raaff hat jetzt zugegriffen: «Waiting for Miss Monroe» wurde im Rahmen des Holland Festivals in der Amsterdamer Stadsschouwburg uraufgeführt.

Mit der Librettistin Janine Brogt und der Regisseurin Lotte de Beer nähern sich zwei Frauen dem Phänomen Monroe – und prompt bleibt die Figur nicht in männlichen Stereotypen hängen. Zu besichtigen ist vielmehr das Innenleben einer Verzweifelten. Brogt  beschränkt sich klugerweise auf die letzten Wochen rund um die Dreharbeiten zum unvollendeten Film «Something’s Got to ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2012
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Udo Badelt

Weitere Beiträge
Amor, Outlaws, Fiakerkutscher

Die philosophische Welt feiert in diesem Jahr den 300. Geburtstag von Jean-Jacques Rousseau. Der Prediger des Natürlichen hatte zwei Gegenspieler: als Philosophen den brillanten Voltaire, als Musiker den gelehrten Jean-Philippe Rameau. Dessen Opernerstling «Hippolyte et Aricie» stand im Palais Garnier auf dem Spielplan. Rameau schrieb ihn 1733 im Alter von fünfzig...

Zweiter Anlauf

Die Sache lässt ihn einfach nicht los. Was tun mit Monteverdis perfide schillernder «Poppea»? Wie sollen wir es halten mit einem Stück von Shakespeare’schem Format, das nur skizzenhaft, in zwei unterschiedlichen Manuskripten (Venedig und Neapel) überliefert ist und vermutlich mindestens drei weitere Autoren (Cavalli, Ferrari, Sacrati) hat? Schon einmal, gegen Ende...

Es war einmal

Gab's das je, dass ein Opernintendant Pfitzners «Palestrina», Wagners «Meistersinger» und Paul Hindemiths «Mathis der Maler» in ein und derselben Spielzeit stemmte, drei gewaltige Künstlerdramen des deutschen Repertoires? Alexander Pereira tat's in seiner letzten Zürcher Saison. Mit Daniele Gatti, von vornherein begrenzte drei Jahre am Hause, sagte auch der...