Es war einmal

Zürich | Hindemith: Mathis der Maler

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Gab's das je, dass ein Opernintendant Pfitzners «Palestrina», Wagners «Meistersinger» und Paul Hindemiths «Mathis der Maler» in ein und derselben Spielzeit stemmte, drei gewaltige Künstlerdramen des deutschen Repertoires? Alexander Pereira tat's in seiner letzten Zürcher Saison. Mit Daniele Gatti, von vornherein begrenzte drei Jahre am Hause, sagte auch der Chefdirigent mit Hindemiths opus maximum Adieu.

Weder entsprach Gattis Beitrag dem interpretatorischen Drang zur blitzblanken Auflichtung von Hindemiths Polyphonie, noch versank er, obwohl öfter Gefahr im Verzug war, im aufrauschenden orchestralen Dickicht. Weder arbeitete er sich an der Verdeutlichung des barocken, ja, des Renaissance-Erbguts, der blechgepanzerten Cantus-firmus-Choräle, der ins überreiche Kontrapunktwesen eingelassenen Volksmelodik ab, noch übertourte er die Aufwallungen der Partitur. Dennoch nährte er den Verdacht, Hindemith packe dort mehr, wo er nicht vorrangig seiner formalen Kunstfertigkeit, sondern seinem dramatischen Impetus freien Lauf lässt.

Die Sänger hatten ihre nachhaltigsten Momente, wenn sie von der in der Partitur empfohlenen Freiheit Gebrauch machten und sich in ein faszinierendes Espressivo ...

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Opernwelt August 2012
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Heinz W. Koch

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