Apollinisch
Als «hübsche Liederchen», die ihn hin und wieder zu einem Besuch der Dresdner Oper verlockten, soll der Leipziger Thomaskantor Bach die Arien seines Kollegen Johann Adolf Hasse bezeichnet haben. Diese Anekdote kommt einem in den Sinn, wenn man «Enea in Caonia» hört. In der Tat ist es vor allem die vokale Eleganz des galanten dolce stil novo, die diese 1727 aus Anlass eines Besuchs des Kölner Kurfürsten Clemens August I. in Neapel entstandene Serenata des langjährigen Dresdner Hofkapellmeisters hörenswert macht.
Ausgegraben wurde das Gelegenheitswerk erstmals wieder 2012 beim Barockfestival im Schlosstheater von Český Krumlov.
Hasse, der «caro Sassone», wie ihn die Italiener liebevoll nannten, war über Jahrzehnte der Hauptvertreter der Metastasianischen Opera seria. Seine Musik, weniger individuell und weniger charakteristisch als die des Londoner Konkurrenten Händel, war so sehr Ausdruck ihrer Zeit, dass sie heute weitgehend vergessen ist und kaum noch gespielt wird. «Anstand, Beständigkeit, Klarheit und Genauigkeit» hat ihr Charles Burney 1775 attestiert. Das trifft ihren Tonfall, bei dem das Orchester selten über die begleitende Funktion hinausgeht – und der oft geradezu ...
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Opernwelt März 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 32
von Uwe Schweikert
Kurz bevor er sich mit «Paganini» der tragischen Operette zuwandte und damit die erste große Rolle für Richard Tauber schuf, wollte sich Franz Lehár noch mit einem unbeschwerten «Lachtheater», einer genuinen «Lustspieloperette» einen «Polterabend, bevor es ernst wird» (Volker Klotz) gönnen. Herausgekommen ist «Cloclo», eine nach der Uraufführung 1924 als...
Diese Übersicht bietet eine Auswahl der bei Redaktionsschluss (11. 2.) als Präsenzvorstellung geplanten oder als Stream angekündigten Premieren und Aufführungen des Monats März 2021. Weitere Informationen finden Sie auf den Websites der Häuser. Eine Liste mit Kontaktdaten gibt es online unter diesem Link:
www.der-theaterverlag.de/serviceseiten/theaterlinks/
ML =...
Es ist nur ein Blick, kurz, flüchtig, beiläufig. Man könnte ihn, wäre man für Sekunden unaufmerksam oder abgelenkt, sogar übersehen. Doch Vorsicht ist geboten. In diesem Blick steckt weit mehr als eine knappe Beobachtung; eine ganze Anschauung ist darin verborgen. Und für mein Thema überaus wichtig: Es ist der Blick einer Frau, der einer anderen Frau gilt. Und...
