Brillantes Patchwork

Rossinis flotte szenische Kantate «Le nozze di Teti e di Peleo» aus Wildbad

Thetis galt als die schönste Tochter des Meeresgottes Nereus; Peleus wiederum war ein normaler, sterblicher Mann, vielleicht ein bisschen der Typus macho mediterraneo. Als er die in einer Grotte schlafende Nymphe sah, überwältigte er sie und ließ sie nicht mehr los, obwohl sie sich ihm durch allerlei Zaubertricks zu entziehen suchte. Doch sein respektloses Zupacken hatte auch ein Ergebnis: den gemeinsamen Sohn Achilles.

Bei Peleus’ und Thetis’ von den Göttern frequentierter Hochzeit brachte Eris, die Göttin der Zwietracht, aus Wut darüber, dass sie nicht eingeladen war, übrigens jenen goldenen Apfel ins Spiel, der in weiterer Folge den Trojanischen Krieg auslösen sollte. Diese Geschichte nahmen Rossini und sein Librettist Angelo Maria Ricco 1816 zur Vorlage für die azione coro-drammatica «Le nozze di Teti e di Peleo».

40 Jahre später weilte der Komponist in Wildbad zur Kur. Das dort 1989 erstmals durchgeführte Festival «Rossini in Wildbad» nimmt auf Rossinis Aufenthalt im Schwarzwald Bezug, obwohl er damals fast völlig der Musica Addio gesagt und sich eher den Kochtöpfen zugewandt hatte. Immerhin versorgt das Festival die Welt alljährlich mit Spezialitäten von der reichen ...

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Opernwelt März 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 34
von Gerhard Persché

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