Brillantes Patchwork
Thetis galt als die schönste Tochter des Meeresgottes Nereus; Peleus wiederum war ein normaler, sterblicher Mann, vielleicht ein bisschen der Typus macho mediterraneo. Als er die in einer Grotte schlafende Nymphe sah, überwältigte er sie und ließ sie nicht mehr los, obwohl sie sich ihm durch allerlei Zaubertricks zu entziehen suchte. Doch sein respektloses Zupacken hatte auch ein Ergebnis: den gemeinsamen Sohn Achilles.
Bei Peleus’ und Thetis’ von den Göttern frequentierter Hochzeit brachte Eris, die Göttin der Zwietracht, aus Wut darüber, dass sie nicht eingeladen war, übrigens jenen goldenen Apfel ins Spiel, der in weiterer Folge den Trojanischen Krieg auslösen sollte. Diese Geschichte nahmen Rossini und sein Librettist Angelo Maria Ricco 1816 zur Vorlage für die azione coro-drammatica «Le nozze di Teti e di Peleo».
40 Jahre später weilte der Komponist in Wildbad zur Kur. Das dort 1989 erstmals durchgeführte Festival «Rossini in Wildbad» nimmt auf Rossinis Aufenthalt im Schwarzwald Bezug, obwohl er damals fast völlig der Musica Addio gesagt und sich eher den Kochtöpfen zugewandt hatte. Immerhin versorgt das Festival die Welt alljährlich mit Spezialitäten von der reichen ...
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Opernwelt März 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 34
von Gerhard Persché
Mozart schrieb sein einziges Oratorium «Betulia liberata» im Frühsommer 1771 zwischen der ersten und zweiten Italienreise. Der Auftrag kam aus Padua, dort wurde das Werk aber nie aufgeführt. Das über 50 Mal, zuletzt 1821 von Antonio Salieri vertonte Libretto der für die Karwoche bestimmten «Azione sacra» stammt von Metastasio. Der vielfach in Literatur, Malerei und...
Großfamilie, das trifft es nicht ganz, da gibt es zu viele Assoziationen über Opas und Omas, liebe Tanten und böse Onkel. Nennen wir es also Klassentreffen. Weil manchmal der eine nicht kann oder die andere nicht eingeladen wurde. Und weil diese Klasse aus ähnlichen Lebewesen, aus Ermöglichern und Spürhunden, Königsmachern und Königinnenkrönern besteht. Vor allem...
Als «hübsche Liederchen», die ihn hin und wieder zu einem Besuch der Dresdner Oper verlockten, soll der Leipziger Thomaskantor Bach die Arien seines Kollegen Johann Adolf Hasse bezeichnet haben. Diese Anekdote kommt einem in den Sinn, wenn man «Enea in Caonia» hört. In der Tat ist es vor allem die vokale Eleganz des galanten dolce stil novo, die diese 1727 aus...
