Agentur Youtube
Man kann kaum eine Arie singen, ohne dass sie aufgenommen und für die Nachwelt festgehalten wird – ob man will oder nicht: Smartphone-Videos oder Live-Streams sind im digitalen Zeitalter an der Tagesordnung. «Man kann sich rein gar nichts mehr erlauben. Fast alles, was man macht, wird von irgendwem, irgendwo gesehen», sagt die Sopranistin Barbara Bonney, die in Meisterklassen auch ihre Schüler ausdrücklich vor der Online-Überwachung warnt. «Die Einmaligkeit einer Live-Aufführung gibt es eigentlich gar nicht mehr.
»
YouTube hat weltweit über 800 Millionen aktive Nutzer, laut dem «Digital Music Report 2013» der International Federation of the Phonographic Industry. Das Netz wird nicht nur zur Unterhaltung oder für die Bildung angeklickt, sondern auch für PR- und Casting-Zwecke eingesetzt. Die in Italien lebende Sopranistin Jessica Pratt erzählt im Skype-Interview, dass sie schon erlebt habe, wie ein Theater Tenöre gleich auf YouTube aussucht, anstatt sie sich auf der Bühne anzusehen. Scheitert da einer am hohen C, stehen seine Chancen schlecht – bis vielleicht ein neues Video den Schaden ausbügelt. «Wenn einem früher auf der Bühne ein schlimmer Patzer passiert ist, haben die Leute ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juni 2014
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Rebecca Schmid
Zufall und Planungspointe? Die Nornen haben es unter Garantie schon immer gewusst. Auch wenn beide Häuser zunächst andere Regisseure für ihren «Ring des Nibelungen» wollten: Bayreuth Wim Wenders statt Frank Castorf und Genf Christof Loy statt Dieter Dorn. Aus Absagenot geboren ist also diese Situation, die in wagnerlastiger Zeit nun zwei unvereinbare Ansätze...
Die Entdeckungsreise geht weiter: Nach Jules Massenets «Le Mage» bringt die auf französische Musik des 19. Jahrhunderts fokussierte Stiftung Palazetto Bru Zane nun «Dimitri» von Victorin Joncières heraus – wieder in edler Ausstattung, als gebundenes, zweisprachiges Buch, bei dem die CDs im Umschlag stecken. Hintergrundinformation tut hier allerdings auch Not, denn...
Vor acht Jahren ging für Richard Bradshaw ein Traum in Erfüllung: Das Four Seasons Centre öffnete seine Pforten, das erste Theater in Kanada, das eigens für Oper und Ballett ausgelegt war. Ein Bau mit exzellenten Sichtlinien und erstklassiger Akustik, der Platz für mehr als 2000 Besucher bietet. Der langjährige Chef hatte endlich ein adäquates Haus für die größte...
