Zurück in die Zukunft

Das Staatsschauspiel Dresden startet mit Lessings «Nathan der Weise» und Hendrik Bolz’ «Nullerjahre» in die neue Spielzeit

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Szenografisch spannt die Inszenierung einen gewaltigen Bogen: Lessings «Nathan der Weise» beginnt in einem poppig-postapokalpytischen «Mad Max»-Mittelalter – und mündet nach gut zwei Stunden in eine Art Reenactment des Gemäldes «Winckelmann im Kreise der Gelehrten in der Bibliothek des Schlosses Nöthnitz» (1874) von Theobald Reinhold von Oer.

Dieser Spagat gelingt in der Dresdener Spielzeit-Eröffnung im Staatsschauspiel der Bühnenbildnerin Pia Maria Mackert, die für den Auftakt fahrbare Po -deste entworfen hat, bestückt und beklebt mit rosa besprühten Radkappen und Müllskulpturen. Auch das Ensemble trägt Pink, gekreuzt mit Militär-Schlamm. Mit Tiermasken, Pfeifen und Schlaginstrumenten formiert es sich zu einem düster abgerockten Spielmannszug (Kostüme Regine Standfuss). Gleich in der ersten Szene – Nathan kehrt von einer Reise in sein abgebranntes Jerusalemer Heim zurück – exekutiert ein vermummter Henkersknecht eine Reihe kniender Gefanger mit Axt, Pistole oder bloßen Händen.

Die Welt, in der Hermann Schmidt-Rahmer seinen «Nathan» situiert, ist aus den Fugen; Mensch und Tier, Täter und Opfer unun -terscheidbar. Gleich zu Beginn schon hat Fanny Staffas Stimme aus dem Off ein ...

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Theater heute Oktober 2024
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Eva Behrendt

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