Weiterwursteln!
Zum Glück gibt es den Hund. Titelheld, Referenzvieh, Kommentator. Bakunin heißt er, spricht wie ein Buch und ist somit in keinem Haustier-Klischee auch nur ansatzweise unterzubringen. In Dirk Lauckes (Anti-)Gentrifizierungsposse «Bakunin auf dem Rücksitz», von Sabine Auf der Heyde in den Kammerspielen des Deutschen Theaters uraufgeführt, ist der Hund des toten Jörg – Pflegefall, Alkohol-affin, Johnny-Cash-Verehrer –, der den Gashahn aufdrehte, als ihm die Kündigung in die Wohnküche flatterte, der Rettungsanker vor allzu viel Klischee und Sentiment.
Trocken, cool und sophisticated kommentiert Matthias Neukirchs dandyesker Köter mit der Leine um den Hals zum Nadelstreifenanzug mit interesselosem Wohlgefallen das interessengesteuerte Zusammentreffen diverser (Kreuzberger, Friedrichshainer) Kieztypen, die dem toten Jörg ihre Referenz erweisen. Allen voran Immobilienhai Steven (Moritz Grove, von höchst zweckdienlicher äußerer Ähnlichkeit mit FDP-Lindner), der die heruntergekommene Bude einer schöneren, profitversprechenden Zukunft mit gutem Gewissen zuführen will: als «Car Loft» mit Balkon-Abstellfläche fürs strom-getriebene Auto. Passenderweise liiert mit der eher grünen ...
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Das Haus, von dem ich erzählen will (und in dem es in mehr als einer Hinsicht nicht mit rechten Dingen zugeht), habe ich im sehr frühen Morgengrauen des 1. August 2007 zum ersten Mal betreten. Tags zuvor war ich in der pannonischen Sommerhitze von Bratislava mit dem Taxi zum letzten Mal durch die Barockstadt zum Flughafen gefahren (meine Möbel, Bücher, Kleider,...
Es ist Spargelzeit! Jedenfalls im Wiener Volkstheater, wo Gianina Cãrbunarius böse Groteske «Spargel» um den rumänischen Saisonarbeiter Dani und seine Schnäppchenjagd im britischen Supermarkt von Christina Hommel uraufgeführt wird. Um das Leben auf den Feldern eines europaweiten Arbeitsmarkts kreist auch das mit dem Förderpreis des Berliner Stückemarkts...
Romantik, Porno, Stress, Job, Liebe, Wehwehchen und manches mehr spult ab im Vorspann, der eine rasant montierte Motivkette bildet, die für mehrere Filmgeschichten reichen würde. Die folgenden zwei Stunden übertrumpfen das noch. An Fantasie mangelt es Tom Tykwer nie, gelegentlich wirkt diese spendable Verschwendung ein wenig unökonomisch. «Drei» ist die Synthese...
