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Dirk Laucke «Bakunin auf dem Rücksitz» (Deutsches Theater, Kammerspiele)

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Zum Glück gibt es den Hund. Titelheld, Referenzvieh, Kommentator. Bakunin heißt er, spricht wie ein Buch und ist somit in keinem Haustier-Klischee auch nur ansatzweise unterzubringen. In Dirk Lauckes (Anti-)Gentrifizierungsposse «Bakunin auf dem Rücksitz», von Sabine Auf der Heyde in den Kammerspielen des Deutschen Theaters uraufgeführt, ist der Hund des toten Jörg – Pflegefall, Alkohol-affin, Johnny-Cash-Verehrer –, der den Gashahn aufdrehte, als ihm die Kündigung in die Wohn­küche flatterte, der Rettungsanker vor allzu viel Klischee und Sentiment.



Trocken, cool und sophisticated kommentiert Matthias Neukirchs dandyesker Köter mit der Leine um den Hals zum Nadelstreifenanzug mit interesselosem Wohlgefallen das interessengesteuerte Zusammentreffen diverser (Kreuzberger, Friedrichshainer) Kieztypen, die dem toten Jörg ihre Referenz erweisen. Allen voran Immobilienhai Steven (Moritz Grove, von höchst zweckdienlicher äußerer Ähnlichkeit mit FDP-Lindner), der die heruntergekommene Bude einer schöneren, profitversprechenden Zukunft mit gutem Gewissen zuführen will: als «Car Loft» mit Balkon-Abstellfläche fürs strom-getriebene Auto. Passenderweise liiert mit der eher grünen ...

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Theater heute Dezember 2010
Rubrik: Chronik, Seite 50
von Barbara Burckhardt

Vergriffen
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