Völlig losgelöst

«Drei»: Tom Tykwers Film über die Liebe zu dritt in Berlin, mit Sophie Rois und Devid Striesow

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Romantik, Porno, Stress, Job, Liebe, Wehweh­chen und manches mehr spult ab im Vorspann, der eine rasant montierte Motivkette bildet, die für mehrere Filmgeschichten reichen würde. Die folgenden zwei Stunden übertrumpfen das noch. An Fantasie mangelt es Tom Tykwer nie, gelegentlich wirkt diese spendable Verschwendung ein wenig unökonomisch. «Drei» ist die Synthese aus «Lola rennt» (formal spielerisch und berlinerisch), dem Schicksalsdrama «Der Krieger und die Kaiserin» und der metaphysisch abhebenden Romanze «Heaven»; und so etwas wie ein jugendliches Alterswerk.

Stets waltet bei Tykwer der Zufall als Notwendigkeit und höhere Logik, um eine Kommunion der Körper herbeizuführen. Dafür wird in einer Art Prolog auf abstrakter Bühne ein Pas de trois getanzt: zwischen zwei Männern und einer Frau, der «Jules et Jim»-Konstellation.

Das Leben kann ganz schön viel und ganz schön unberechenbar sein. Hanna und Simon (Sophie Rois, Sebastian Schipper) sind seit zwanzig Jahren ein Paar und machen das nun auch standesamtlich fest. Er baut mit seiner Firma Kunst-Objekte, sie moderiert Kultur im Fernsehen – und hört zu dem Zweck im Nationalen Ethikrat einen Vortrag zur Chimärenforschung von Dr. Adam ...

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Theater heute Dezember 2010
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Andreas Wilink

Vergriffen
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