Von indischen Elefanten und armen Hunden
So ein Plot muss einem erst einmal einfallen: Hindu-Gott Ganesh – das ist der mit dem Elefantenkopf – reist im Zweiten Weltkrieg aus Indien nach Deutschland. Seine Mission: Er will den Nazis das Hakenkreuz, ein Derivat der hinduistischen Swastika, wieder wegnehmen. Ganesh begegnet gleich einmal Doktor Mengele (der sich natürlich sehr für diesen bizarren Elefantenmenschen interessiert), rettet einen entflohenen KZ-Häftling, der zwei Jahre lang Mengeles Patient war, und dringt schließlich bis ins Führerhauptquartier vor.
Kann man, darf man so eine Geschichte erzählen? Und wenn ja, wie? Solche Fragen stellt sich Bruce Gladwins Inszenierung «Ganesh Versus the Third Reich» selbst und beantwortet sie damit zugleich auch: so schon. Die krude, scheinbar naive Geschichte wird gleich mehrfach gebrochen. Erstens sind die Schauspieler des Back to Back Theatre aus
Melbourne durch geistige Behinderungen verschiedener Art (Autismus, Down-Syndrom u.a.) gehandicapt. Und zweitens wird das Ganesh-Märchen als Making-of einer Theaterproduktion erzählt.
«Denk an Bruno Ganz!», rät der Regisseur (gespielt von David Woods, dem einzigen nichtbehinderten Schauspieler) seinem Hitler-Darsteller Simon Laherty. ...
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Theater heute August/September 2012
Rubrik: Festivals, Seite 6
von Wolfgang Kralicek
Theater ist eine kollektive Kunst», befindet (und praktiziert) der Regisseur (und seit Herbst 2011 Intendant der Stuttgarter Staatsoper) Jossi Wieler. Und er sucht (und findet nicht immer) zusammen mit Dramaturgen, Bühnenbildnern, Dirigenten und Darstellern die gesellschaftliche und individuelle Wahrheit, Triftigkeit, die Gegenwärtigkeit der Bühnenvorgänge....
Aachen, Grenzlandtheater
13.8. Hamilton, Gaslicht
R. Anja Junski
19.9. Shakespeare,
Ein Sommernachtstraum
R. Ulrich Wiggers
Aachen, Theater
21.9. Schwab, Präsidentinnen
R. Roland Hüve
23.9. Shakespeare, Macbeth
R. Ludger Engels
29.9. Herrndorf, Tschick
R. Lilli-Hannah Hoepner
Altenburg/Gera, TPT
30.9. Tabori, Mein Kampf
R. Deborah Epstein
Annaberg, Eduard-von-
Winterstein-Theater
...
Der schönste Satz auf diesem großen Festival für neue europäische Dramatik stammte dann aber doch von William Shakespeare, aus «Cymbeline», eingelassen in den belgischen Beitrag «Die Gehängten»: «Golden lads and girls all must, as chimney-sweepers, come to dust.» Ein Vers wie ein Meteor, heiß aufglühend, kalt im Abgang, weit durch die Zeiten geschossen. Vom Tod,...
