Unter Druck

Neue Konflikte fordern das Theater, es wird enger auf den sonnigen Plätzen. Die Höhepunkte des Jahres zeigen, wie sich die Welt verändert hat. Auch das Stadttheater bleibt vom kulturellen Wertewandel nicht unberührt

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Trump, Brexit, Le Pen und Co. sei Dank – endlich sieht man ein bisschen klarer! Die heftigen Veränderungen in den westlichen Demokratien sind auf oder gerade noch kurz vor den Regierungsbänken angekommen und machen deutlich, was sich zum Teil seit Jahrzehnten anbahnt. Nicht zuletzt Elfriede Jelinek bündelt die Phänomene in ihrem Stück des Jahres wieder einmal vorbildlich, obwohl Klarheit eigentlich nicht unbedingt eine Jelineksche Kategorie ist.

Aber wie soll man sonst einen Prozess beschreiben, in und bei dem der stadttheaternotorische Intellektuelle und kritische Kritiker selbst Partei ist, vor allem, wenn er sich selbst als glühenden Verteidiger eines demokratischen Liberalismus’ sieht? 

Sozialer Wandel und kultureller Wertewandel haben in den spätmodernen westlichen Gesellschaften Dimensionen erreicht, die drohen, stabile liberale Demokratien in unterschiedlich instabile illiberale Demokratien zu verwandeln. Auf den prestigeträchtigen und ökonomisch rele­vanten Gewinnerbänken sitzt das sogenannte Establishment, also das bislang diskursbestimmende, akademisch gebildete Bevölkerungsdrittel der neuen Mitte und Wissensökonomie, das sich untereinander einen wenig kompromissbereiten ...

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Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Höhepunkte des Jahres 2017/18, Seite 140
von Franz Wille

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