Tut was!
Fast liegt es auf der Hand, die Gelenkigkeit, die Grazie der Lessingschen Verse einmal
direkt ins Körperliche, ins Tänzerische zu übersetzen: «Nathan» nicht nur als rhetorisches, sondern als buchstäbliches Ballett (mit Worten) aufzufassen. Das Stück zeichnet sich entgegen seinem Ruf nicht allein durch trockene Vernunft, sondern vor allem durch eine eminente Theatralität aus; diese ernstzunehmen, kann oder muss auch heißen: die Komik des Textes zu forcieren.
Die junge Regisseurin Franziska Marie Gramss unternimmt in ihrer Bonner Werkstattinszenierung mit sieben fabelhaften Schauspielern einen bestechenden Versuch, «unser aller Aufsatzthema» (so der Schriftsteller Lutz Seiler) mit der Souveränität und der Chuzpe einer begabten Abiturientin so anzugehen, dass der Lehrer den erwarteten Toleranzappell vielleicht eine Weile zwischen den Zeilen suchen muss, aber aus dem zustimmenden Schmunzeln nicht mehr herauskommt.
Die Bühne von Carolin Mittler: ein eierschalfarbenes Halbrund mit einer schmalen Bank, auf der die Akteure Platz nehmen. Das Eierschalfarbene spielt auch in den fantasievollen Kostümen (ebenfalls von Mittler) eine bedeutende Rolle, der beleibte Nathan (Günter Alt) ist ganz so ...
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Theater heute Januar 2011
Rubrik: Chronik, Seite 48
von Martin Krumbholz
Franz WilleHerr Lammert, Sie haben die «Faust»-Verleihung in Essen nach einer guten Stunde verlassen und mit einem wütenden offenen Brief quittiert. Darin ist die Rede von einem «beliebigen Fernseh-Unterhaltungsformat» und «fernsehgerechten Häppchen». Was hat sie da am meisten aufgeregt?
Norbert LammertDass ausgerechnet der Deutsche Bühnenverein einmal mehr...
Katastrophen aller Art durchwehen das Londoner Theater diesen Herbst und Winter: Erdbeben in der Hauptstadt, Bombenanschläge in Indonesien, politische Radikalisierung in Afghanistan und ein demoralisierter Weihnachtsmann. Dafür entdeckt Salisbury – unerwartetes Geschenk unterm Baum – in Philip Massinger einen Sohn der Stadt und Shakespeare-Zeitgenossen neu. Also...
Aachen, Grenzlandtheater
Kasse: 00 41/1/261 21 79
29. Lewnisky, Ein ganz gewöhnlicher Jude
R. Uwe Brandt
Aachen, Theater
Kasse: 0241/47 84 244
13. Schober, Clyde und Bonnie
R. Nora Mansmann
14. Soler, Gegen den Fortschritt
R. Teresa Rotemberg
22. Shakespeare, Viel Lärm um nichts
R. Christina Rast
Altenburg/Gera, TPT
Kasse Altenburg: 03447/585 161
Ka...
