Kunst kostet!
Wer in den letzten Wochen und Monaten in ein deutsches Theater ging, konnte froh sein, wenn er nach dem Applaus ohne weitere Hiobsbotschaften entlassen wurde. Wenn es nicht so glücklich lief, standen ein paar Schauspieler auf der Bühne, berichteten in wohlgesetzten Worten von drohenden Sparszenarien und riefen die Zuschauer wenn nicht zur Solidarität, so doch wenigstens zur Wachsamkeit für ihr Theater auf.
«Sie sind das Schauspielhaus», hieß es in Hamburg, wo nach dem überstürzten Abgang von Intendant Friedrich Schirmer der Kultursenat die Gunst der Stunde nutzen wollte, um 1,5 Millionen einzusparen. In Leipzig geht es um eine gute Million, die fehlen könnte, wenn das Land das Sächsische Kulturraumgesetz ändert. In Bonn ging es erst um 7 Millionen, dann überraschenderweise um 3,5 Millionen, dann um die Existenz des Schauspiels, schließlich der Oper. Die Nachrichten purzeln wie Jetons am Spieltisch. Nur leider ohne Gewinnchance.
Jetzt nicht noch ein großes Krisenlamento: Jeder Fall liegt anders und zum Teil so kompliziert, dass er wie in Leipzig profilierte Verfassungsrechtler beschäftigt. Nur die Ursache ist ähnlich. Kulturförderung ist in Deutschland eine Sache der Länder und ...
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Theater heute Januar 2011
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Franz Wille
«Postmigrantisches Theater» – ich weiß nicht, wozu dieses Etikett gut sein soll. Damit manövriert man sich in eine Sackgasse. Biedert sich an. Dass auch Leute, deren Vorfahren nicht immer in Deutschland gelebt haben, Theater machen, sollte selbstverständlich sein. Wann ist man denn nicht mehr Migrant? Wann darf ich denn endlich angekommen sein? Ich bin in Berlin...
Aachen, Grenzlandtheater
Kasse: 00 41/1/261 21 79
29. Lewnisky, Ein ganz gewöhnlicher Jude
R. Uwe Brandt
Aachen, Theater
Kasse: 0241/47 84 244
13. Schober, Clyde und Bonnie
R. Nora Mansmann
14. Soler, Gegen den Fortschritt
R. Teresa Rotemberg
22. Shakespeare, Viel Lärm um nichts
R. Christina Rast
Altenburg/Gera, TPT
Kasse Altenburg: 03447/585 161
Ka...
Paula Spencer hat irgendwie Pech gehabt im Leben. Sie ist Witwe, Putzfrau und Alkoholikerin – eine Inkarnation des Prekariats. Trotzdem ist Paula Spencer kein Trauerfall, denn ihr Schöpfer, der irische Erfolgsschriftsteller Roddy Doyle hat ihr nicht nur eine Stimme, sondern auch viel Würde und Humor gegeben. In seinem Roman «Die Frau, die gegen Türen rannte» lässt...
