Stolpern in Becketts Schuhen
So schnell geht’s: Vor einem Jahr war man noch überrascht von Nis-Momme Stockmanns berührend rückhaltloser Darstellung ohnehin antriebsarmer Söhne, die durch die Gegenwart des Vaters völlig paralysiert werden. Jetzt meint man schon, sie wiederzuerkennen. Und dennoch ist das jüngste Stück keine bloße Variation des Bekannten, sondern eher eine Mischung aus Weiterentwicklung und Reduktion.
Denn bisher waren diese Angstbeschwörungen eingebunden in größere Konflikte mit der Außenwelt, etwa dem kapitalistisch-sozialen Gesellschaftsnetz («Der Mann der die Welt aß») oder der Seelensaftpresse des Theaterbetriebs («Ein Schiff wird kommen»). «Die Ängstlichen und die Brutalen» hingegen docken nur noch an sich selber an.
Es treten auf: die Brüder Berg und Eirik, die ihren Vater tot in dessen Wohnung auffinden – im Sessel verstorben mit, wie sich beim Näherkommen herausstellt, Katzenkacke auf und eigener Notdurft in der Hose. Was tun? In einer Mischung aus Scham, Ekel und Ringen um einen Rest Würde wird die Leiche gewaschen und aufs Bett gelegt – woraufhin sich erst recht keiner der beiden mehr traut, einen Bestatter oder die Polizei anzurufen: «Wie sollen wir das erklären ... Dass er hier auf ...
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Theater heute Januar 2011
Rubrik: Chronik, Seite 50
von Andreas Jüttner
Katastrophen aller Art durchwehen das Londoner Theater diesen Herbst und Winter: Erdbeben in der Hauptstadt, Bombenanschläge in Indonesien, politische Radikalisierung in Afghanistan und ein demoralisierter Weihnachtsmann. Dafür entdeckt Salisbury – unerwartetes Geschenk unterm Baum – in Philip Massinger einen Sohn der Stadt und Shakespeare-Zeitgenossen neu. Also...
Aachen, Grenzlandtheater
Kasse: 00 41/1/261 21 79
29. Lewnisky, Ein ganz gewöhnlicher Jude
R. Uwe Brandt
Aachen, Theater
Kasse: 0241/47 84 244
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R. Nora Mansmann
14. Soler, Gegen den Fortschritt
R. Teresa Rotemberg
22. Shakespeare, Viel Lärm um nichts
R. Christina Rast
Altenburg/Gera, TPT
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Ka...
Fast liegt es auf der Hand, die Gelenkigkeit, die Grazie der Lessingschen Verse einmal
direkt ins Körperliche, ins Tänzerische zu übersetzen: «Nathan» nicht nur als rhetorisches, sondern als buchstäbliches Ballett (mit Worten) aufzufassen. Das Stück zeichnet sich entgegen seinem Ruf nicht allein durch trockene Vernunft, sondern vor allem durch eine eminente...
