Schrill-frivol und unnahbar kühl
Das Musical «Cabaret» passt trefflich in den berlin-babylonischen Hype, der vom deutschen Film längst in die Theater geschwappt ist. Und natürlich auch dank seiner Hits ist das Stück ein Garant für volle Häuser. So auch jetzt am Stuttgarter Schauspiel, das mit Calixto Bieito einen Regisseur engagiert hat, der sich auskennt in der auch hintergründigen Thematisierung von Gewalt auf der Bühne. Schließlich spielt das Stück in der präfaschistischen Atmosphäre zu Beginn der 1930er Jahre.
Auf die naturalistische Darstellung blutverspritzender Gewaltszenen verzichtet Bieito, genauso wie auf Hakenkreuzsymbolik und braune Uniformen. Aber in Sachen 1920er-Jahre-Plus-Fummel durfte sich die Kostümbildnerin Paula Klein austoben.
«Cabaret» ist in Stuttgart eine textlich stark gekürzte, schrill-frivole Nummernrevue mit eingebauten, knappen, meist recht platten Dialogszenen. Befeuert wird sie vor allem durch nette Tanzchoreografien, für die das Haus professionelle Tänzer:innen engagiert hat, sowie durch allerlei Travestieeinlagen. Die eigentlich zentrale Liebesgeschichte zwischen dem Schriftsteller Clifford Bradshaw und der Sängerin Sally Bowles gerät blass und belanglos, während jene zwischen der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juni 2023
Rubrik: Chronik, Seite 61
von Verena Großkreutz
Gemeinsam arbeiten konnten wir eigentlich nur in London.» Einat Weizman spricht bedrohlich ruhig auf der Bühne des Hebrew-Arabic Theater in Jaffa. Sie blickt zu ihrem arabischen Counterpart Issa Amru, der aber nicht selbst hier stehen kann, sondern durch einen Schauspieler verkörpert werden muss. Der palästinensische Menschenrechtler sitzt an diesem Abend...
Ist es ein Versöhnungsangebot? Oder doch eher der Wunsch, ihm eine Lektion zu erteilen? Dass Yara Tony zu ihrer Hochzeit mit Sebastian eingeladen hat, ist durchaus erstaunlich. Immerhin wurde vor zwölf Jahren seinetwegen Sebastians Vater festgenommen, und Yara übergriffig an -gemacht hat er auch. Okay, trotzdem waren sie alle mal Teil desselben Freundeskreises in...
Uns belgischen Frauen ist es nicht möglich, auf einem Kongress über Friedensmöglichkeiten zu diskutieren, bevor dieses Grauen aufhört. Es geht über unsere Kräfte hinaus, mit deutschen Frauen einen Raum zu teilen. Unsere territoriale Integrität muss wiederhergestellt werden, und die Deutschen müssen unser Land verlassen!»
Dass sich die Belgierinnen im Vorfeld des...
