Rückkehr der Angst

Sebastian Rudolph fürchtet sich vor Gruppen mit Definitionshoheit

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Ich bemerke, dass sich eine Menge bewegt und verändert in den Theatertankern des deutschen Stadttheaters. Institutionell und künstlerisch. 

Themen, die lange keine Rolle spielten, ebenso wie neue, alternative Beschreibungen von Geschichte und Gesellschaftsverhältnissen bestimmen die Spielpläne der Stadttheater genauso wie die Werbeplakate der Industrie. Menschen, die bisher nicht sichtbar waren oder die kaum eine Stimme hatten, besetzen jetzt Machtpositionen und bisher fast unerreichbare Posten.

 

So nehme ich diese Veränderung auch zum größten Teil wahr, als Umverteilungsbewegung und Machtkampf. Die Menschen, die da jetzt aus dem bisher Ungesehenen in Erscheinung treten, tragen eine große Euphorie mit sich. Diese Freude überträgt sich auf mich, und ich genieße es, dass sich zumindest einige und vor allem immer mehr Stadttheater im Erscheinungsbild so anfühlen, wie die angenehmsten Viertel der schönsten deutschen Großstädte – bunt und interessant und eigen und sehr schön. Ist das jetzt besser oder gerechter als vorher? Nö, anders ist es. Wo bei begrenztem Platzangebot Neues hervortritt, muss anderes weichen, wo neue Leute engagiert werden, müssen andere zum Arbeitsamt, und die ...

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Theater heute Jahrbuch 2022
Rubrik: Transformation, Seite 61
von Sebastian Rudolph

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