Ein fiktiver Abend im Jahr 2027
Als ich an diesem zukünftigen Abend ins Theater ging, fiel mir zuerst eine Gruppe auf, die sich vor dem Theater austauschte. Sie waren alt und jung, sprachen angeregt und respektvoll miteinander. Aus Gesprächsfetzen nahm ich wahr, dass es sich teils um dem Theaterbetrieb zugehörige Personen einer Künstlerischen Leitungsgruppe handelte, teils um außenstehende Zuschauer:innen und Kritiker:innen. Man konnte im Gesprächsverlauf nicht genau unterscheiden, wer wer war. Nur dass inhaltlich und sehr zugewandt über das Theater gesprochen wurde.
Einige – dies schienen Zuschauende zu sein – gingen noch ihre Karten kaufen, manche zahlten nichts dafür, andere zahlten offensichtlich mehr und für andere mit, im Pay-as-you-can-Prinzip.
Der Raum des Theaters war offen und zugänglich. Vor allem der Zuschauer:innenraum wirkte umstrukturiert: Es gab Sitzsäcke sowie Stuhlreihen, Audiodescription-Tools und Übertitelung, und einige Reihen waren freigelassen, um Besucher:innen im Rollstuhl auch in beliebten mittleren Reihen Zugang zu verschaffen. All dies wurde selbstverständlich von Zuschauer:innen genutzt. Eine neue Raumstruktur entstand dadurch, die auch in der Inszenierung mehrfach genutzt wurde.
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Theater heute Jahrbuch 2022
Rubrik: Transformationen, Seite 91
von Marie Bues
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A
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