Reise in die Vergangenheit?
Griechenland ist unter seinem vertrauten Stichwort «Krise» aus den deutschen Schlagzeilen verschwunden. Andere Schauplätze mit größerem Katastrophen-Radius stehen im Fokus der medialen Aufmerksamkeit. Stillschweigend geht man davon aus, dass sich die Lage in Griechenland schon irgendwie beruhigt hat, schließlich sind inzwischen genügend deutsche Milliarden geflossen. Die Wahlen im letzten Sommer mit der rechtsbürgerlichen Partei Nea Dimokratia als Siegerin wurden mit Stirnrunzeln, Achselzucken oder beiläufigem Nicken kommentiert.
Immerhin ist Griechenland das einzige Land Europas, dem es gelungen ist, seine rechtsradikale Partei per Stimmzettel wieder aus dem Parlament zu jagen, während sich sonst überall die halb-, fast- und realfaschistischen Gruppierungen demokratisch legitimiert breit machen.
Und wie sehen die Schlagzeilen vor Ort zum Jahresende aus? Das heiß diskutierte Thema der Stadt in den sozialen Medien ist die Weihnachtsbeleuchtung, u.a. aus nackten Neonröhren, die der neue Nea-Dimokratia-Bürgermeister Kostas Bakoyannis der Stadt geschenkt hat – mit tatkräftiger Unterstützung von Coca Cola, dem Fußballverein Panathinaikos und der Onassis-Kultur-Stiftung. Einige Wochen ...
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Theater heute März 2020
Rubrik: International, Seite 47
von Armin Kerber & Nefeli Myrodia
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