«Wir machen das jetzt wie im Theater»

Jette Steckel stellt sich mit dem Pop-Thriller «Hamlet» am Hamburger Thalia in eine große Tradition

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Es gibt eine ziemlich beeindruckende «Hamlet»-Tradition am Hamburger Thalia Theater. Alleine während der ver­gangenen 20 Jahre zeigten Jürgen Kruse, Michael Thalheimer und Luk Perceval recht heterogene Inszenierungen des kanonischsten aller Shakespeare-Dramen am Haus; in Percevals getragener 2010er-Arbeit doppelten Josef Ostendorf und Jörg Pohl den Titelhelden, während Mirco Kreibich Rosencrantz und Guildenstern zu einer Figur verschmolz.

Bei Jette Steckels jüngster «Hamlet»-Deutung in dieser Reihe ist Kreibich ein gutes Stück in der Rollenhierarchie aufgestiegen – diesmal gibt der 2017 aus dem festen Thalia-Ensemble ausgeschiedene Extremkörperspieler als Gast selbst den Dänenprinzen. Rosencrantz und Guildenstern allerdings bleiben auch bei Julian Greis und Björn Meyer wichtigere Charaktere als in Shakespeares Vorlage – hier sind sie nicht nur burleske Nebenfiguren, die nach einer Weile schnöde entsorgt werden, sondern sie stimmen auf die Geschichte ein. 

Hamlets Vater wird von seinem Bruder Claudius (Bernd Grawert) gemeuchelt, worauf Claudius die Witwe Gertrude (Barbara Nüsse) ehelicht und selbst den Thron besteigt. Und weil Steckel ganz nah am Pop baut, wuseln Rosencrantz und ...

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Theater heute März 2020
Rubrik: Aufführungen, Seite 30
von Falk Schreiber

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