Nachruf: Gefahr und Rettung

Zum Tod des Dramaturgen Alexander Weigel

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Vergangenen Oktober, anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der friedlichen Revolution, erzählte Alexander Weigel noch einmal, wie es zur legendären «Hamlet/Maschine» von Heiner Müller im Deutschen Theater kam, die er als Dramaturg begleitet hatte. Wie die im Januar 1988 herausgekommene Inszenierung «Der Lohndrücker» zwar das «Publikum einigermaßen frappiert» hatte angesichts der «Schärfe der Kritik, die in der Aufführung an den gegenwärtigen Verhältnissen in der DDR geübt wurde», jegliche «öffentliche Reaktion» aber ausblieb. «Absolute Stille.

– Das war die wirkliche Enttäuschung.» 

Dieses letzte von unzähligen Gesprächen zur Theatergeschichte der Wendezeit führte er schon nicht mehr live im Theater Vorpommern, wie eigentlich geplant. Er sprach seine Erinnerung auf Band, im Hospiz, in dem er am 13. Januar, kurz nach seinem 84. Geburtstag, starb.

Dramaturgie und Literaturtheorie stellten für Alexander Weigel keine beruflichen Betätigungsfelder dar – sie waren sein Zugang zur Welt. 1935 in Zwickau geboren, studierte er Geschichte in Leipzig, bevor er Philosophie- und Literaturgeschichte bei Ernst Bloch und Hans Mayer hörte. In seiner Zeit als Dramaturg am Deutschen Theater Berlin ...

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Theater heute März 2020
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Anja Quickert

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