Raum für Ambivalenzen
Ihr nennt es Krise, wir nennen es Krieg», zitiert das Programmheft die ukrainischen Künstler, die sechs Wochen lang am Theater Magdeburg zu Gast waren. Dass der dort geplante «kulturelle Austausch» im «geschützten Raum des Theaters» nicht konfliktfrei verlaufen konnte, erklärt sich schon aus der aktuellen geopolitischen Situation der Ukraine und ihrer jüngeren Geschichte. «Alles ist aufgeladen, ist mehr als es auf den ersten Blick zu sein scheint – ... es geht immer um alles.
»
In militärischen Kreisen gilt die öffentliche Rede, die der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow im Februar 2013 hielt – ein gutes Jahr bevor Russland die ukrainische Halbinsel Krim annektierte – als dessen Blaupause. Im Nachhinein. Denn während Russland gezielt die Grenze zwischen Krieg und Frieden durch «hybride Kriegsführung» verwischte, das Ineinandergreifen von offenen und verdeckten Operationen, diplomatischer Taktik, ökonomischem Druck und einem bis dato unbekannten Ausmaß an Desinformation und Propaganda mittels digitaler und sozialer Medien, blickte die Europäische Gemeinschaft hilflos auf die Ereignisse am Schwarzen Meer. Mittlerweile haben sich Krim-Annexion und der andauernde Krieg im ...
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Theater heute Juli 2016
Rubrik: Ausland, Seite 38
von Anja Quickert
Ein Bericht des Österreichischen Rechnungshofs glänzt nicht unbedingt durch die gewandteste Prosa. Aber dafür bietet er tiefe Einblicke in die eigenwilligen Finanzpraktiken am Burgtheater unter Matthias Hartmann, der in den fünf Jahren seiner Leitung von September 2009 bis zu seiner fristlosen Kündigung am 11. März 2014 über zwei Millionen Euro bezogen hat. Laut...
Vor eineinhalb Jahren deutete Daniel Lommatzsch in dieser Zeitschrift an, dass ihn das Theater künstlerisch gar nicht mehr so wahnsinnig interessieren würde, sein Thema sei aktuell primär das Kino (TH 01/15). Wobei dieses Interesse damals schon befriedigt wurde, der gefeierte Thalia-Schauspieler steckte zum Zeitpunkt des Gesprächs tief in der Arbeit an seinem Debüt...
Alles Gute zum Jahrestag! Wünschen wir uns gegenseitig am 31. Mai 2016 im Foyer des Ikincikat Theaters in Karaköy, Istanbul. Heves Duygu Tüzün und Sami Berat Marçali sind zwei der drei BegründerInnen des Off-Theaters, das übersetzt «Zweites Stockwerk» heißt. Hier habe ich letztes Jahr die Produktion «P*rk» gesehen. Ein Stück über junge Leute nach den...
