Oase der Zeitgeistlosen
Es gibt Orte, die immun sind gegen die gewöhnlichen Abnutzungserscheinungen der Zeit, einfach, weil sie all dem hektischen, übereifrigen und meist vergeblichen Gestrampel um irgendwelche Aktualitäten einfach eine grandiose innere Gelassenheit entgegensetzen. Weil sie Abstand nehmen von Moden, Maschen und Trends, die ebenso schnell an- wie abgesagt und wieder vergessen sind.
Das winzige Münchner Theater am Sozialamt ist so ein verwunschener Ort, über den Urs Widmer, der hier immerhin drei seiner Stücke uraufführen ließ, schreibt: «Als ich vor 27 Jahren zum ersten Mal im TamS war, dachte ich, es sei eine jahrhundertealte Institution.» Diesen Eindruck kann man bis heute nur bestätigen. Dabei ist das TamS natürlich nichts weniger als eine Institution im üblichen Sinne, kein ordentlicher öffentlich-rechtlicher Kulturbetrieb, sondern eine wunderbar verwegene Erfindung zweier Theaterverrückter, von denen der eine, Philip Arp, schon lange tot ist, während die andere, Anette Spola, gestärkt vom unverwüstlichen Geist des Mentors und Partners, den gemeinsamen Traum beharrlich weiterträumt, allen Anfechtungen, Widrigkeiten und ständigen Geldsorgen zum Trotz.
Das TamS ist eine Oase der ...
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