Im Behaglichkeitsbollwerk
Sein Haus, seine Gäste, seine Frau. Der Mann, Jean Hervey, ist zufrieden. Der Zuschnitt, den er seinem Leben gegeben hat, ist auf korrekte Weise luxuriös. Von einem wohlhabenden Erwerbsbürger dieser Jahre um 1900 erwartet man nichts anderes. Und das wärmt sein konformitätsbedürftiges Herz, was wiederum die stärkste Emotion sein dürfte, derer er fähig ist.
Mit Wohlgefallen lässt er sein Auge über die festliche Belle-Epoque-Szene schweifen.
Vorbei an Kristall, Porzellan und Tafel-Linnen, Dekolletees, Hemdbrüsten und plaudernden Mündern sucht die Kamera ihren gewundenen Weg, bis sie endlich auf der Hausherrin, auf Isabelle Huppert, zur Ruhe zu kommt. Edle Blässe, abwesendes Lächeln, makellose Erscheinung. Das vielreihige Perlencollier unterstreicht das Schwanenmäßige des Halses, das filigrane Ohrgehänge die Zartheit der Figur. Makellos ist sie auch als Gastgeberin: Ein Bonmot von ihr – und die Konversation hat wieder eine Richtung. Jean Hervey kann sich zurücklehnen. «Seine Frau ist das schönste Stück seiner Sammlung», bemerkt dazu der Erzähler - mit einer Ironie, die an den bornierten Herrn Hervey verschwendet wäre, den kundigen Betrachter von außen aber hinweist auf die ...
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