Mannheim Nationaltheater: Die Würde würde gern ...
Vor einem Jahr sagte Björn Bicker anlässlich der Bochumer Uraufführung seiner «Lehrer*innen» in einem Interview: «Ich führe Gespräche, besuche Schulen und Unterrichtsstunden. Ich sammle Material. Und aus dem Material wird sich eine literarische Form ergeben: eine Klage, ein Liebeslied, ein Chor, ein Manifest, eine Farce – oder alles zusammen.
» Jetzt, da Bickers «Lehrer*innen» am Mannheimer Nationaltheater nachgespielt wurde, sollte man darauf verweisen, dass der Theaterabend zwar auf recherchiertem Material beruht, auf keinen Fall aber dokumentarisches Theater sein will, sondern der Versuch, eine gesellschaftspolitische Problemzone unter Zuhilfenahme von tatsächlichen Geschichten aus dem Berufsalltag zu verhandeln. Fiktional, oder wenn man so will: literarisch.
Dass die Lehrer*innen schon längst nicht mehr gemeinsam mit dem Bürgermeister, Arzt und Großgrundbesitzer am Stammtisch sitzen, ist kaum zu bestreiten. Die Frage wäre nur, wohin hat es sie denn verschlagen: Genau dorthin, wo Schuldige gesucht werden, in eine pädagogische Sahelzone oder in ein Haifischbecken, in dem Schüler*innen, Eltern und die Schulaufsicht auf das nächste Menschenopfer warten. Eine Antwort gibt das ...
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Theater heute Dezember 2020
Rubrik: Chronik, Seite 52
von Jürgen Berger
Am Anfang ist das Wort. Nicht das der Befragerin, Dorte Lena Eilers, sondern das der Befragten: Valery Tscheplanowa. Sie spricht, in fünf Gedichten, die tief blicken lassen in eine eigenständige, zerrissene Seele: «Und Wache halt ich / Adler Echo, über Dich / Der Du den Aufbruch wagst ins Eigne».
Es folgt ein langes Gespräch, das auf 130 Seiten immer weiter...
Ein öffentlicher Ort, eine jedermann zugängliche Lokalität, welche als Treffpunkt dient, unbestimmbarer Natur, freilich kein freier Platz, weniger Außen- als Innenraum, -räume, -elemente, möglicherweise ein ehemaliges Klosterrefektorium in der spanischen Provinz Ávila, oder wo, oder der Kleinstadt-Tanz- und Festsaal, mit einer (leeren) Thekenecke, von Humpolec in...
Falk Schreiber Mitte März habe ich mich sehr auf die Premiere von Studio Brauns «Coolhaze» am Hamburger Schauspielhaus gefreut. Aber am 13. März kam die Meldung, dass die Premiere ausfallen, das Schauspielhaus die restliche Spielzeit wegen Corona für beendet erklären würde. Charly Hübner, Sie hätten in «Coolhaze» gespielt. Wie haben Sie das wahrgenommen?
Charly...
