Kulturpolitik: Geduldige Papiere
Natürlich sind die Themen, die das Theater seit geraumer Zeit neben seinem künstlerischen und literarischen Auftrag so heftig umtreiben und aufreiben, auch längst beim und im Bühnenverein angekommen. Auf den geduldigen Papieren, die am Ende der letzten Jahrestagung in Nürnberg verteilt wurden, wimmelte es denn auch nur so von ehrlichen Absichtserklärungen, mutigen Statements, und die Intendanten wurden nicht müde zu betonen, dass die Diskussionen über Geschlechtergerechtigkeit, Diversität oder Rechtspopulismus nun keineswegs an ihnen vorbeirauschen würden.
Auch wenn ein Mann (Ulrich Khuon) Präsident bleibt, so sind doch die nachfolgenden Positionen zwischen männlich und weiblich offensichtlich gerecht aufgeteilt. Geschäftsführer Marc Grandmontagne sagte, dass «alle Vorsitzenden und ihre Stellvertreter*innen angekündigt haben, dass sie aus kulturpolitischen Gründen gleichrangig und als Doppelspitze arbeiten wollen». Geschlechterparität solle auf «allen Ebenen Normalität werden». Khuon («Der männliche Anteil in unserer Reihen beträgt immer noch 70 bis 80 Prozent») selber aber konnte den nur schwer sichtbaren Fortschritt kaum fassen: «Wir sind glücklich, dass wir in diesem einen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute August/September 2019
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Bernd Noack
Es ist Selfie-Zeit im toxischen Museumsshop hinter der Bühne. Der Zuschauer, Sektglas in der Hand, kann entscheiden: Will er vor der Fotowand als vietnamesischer Zivilist posieren, der gerade vom Polizeichef erschossen wird? Oder in einer niedlichen Schneekugel echten syrischen Trümmerregen mit nach Hause nehmen? Den «kraftvollen» Marschflugkörper in...
Falk Schreiber Herr Schwandt, Mitte Juni kündigten Sie an, 2020 als geschäftsführender Direktor in Lübeck zurückzutreten. Was ist da passiert?
Christian Schwandt Ich habe gekündigt, weil das Theater Lübeck heute ein schlecht finanziertes B-Theater ist. Bisher war das gute zweite Liga, weil wir immer noch genug Geld zur Verfügung hatten, um immer wieder...
Wen schert das schon ich kann das nicht mehr hören dieses Geraunze satzloses Murmeln Syntax dahin ADE!» Es dauert nicht lange, da beschwert sich Agata schon über den Text, den die Autorin Eleonore Khuen-Belasi für sie und ihre Mitstreiterinnen geschrieben hat. Agata, Aurelia und Teresa sind, tja, Figuren wäre schon übertrieben, vielleicht drei Gewächse Marke Golden...
