Komm, ich zeige dir mein Themenalbum
Da stehen sie in einer Reihe. Bevor in Hannover das große Schlachten anhebt, befinden sich Richard Gloster, seine künftigen Opfer und deren Angehörige auf Augenhöhe. Ein jeder spricht ein paar alarmierte Thesen von Baudrillard oder Giorgio Agamben und trägt so sein Scherflein zur Gegenwartsdiagnose bei, derzufolge wir sexuell, politisch und ästhetisch komplett auf den Hund gekommen sind. Zu viele Drogen, zu viel Konsum, zu viel Kommunikation, und obendrein dieses kranke positive Denken. Das Fazit zieht Richard: «In einer übersättigten Gesellschaft ist nur der Terror sinnvoll.
» Womit das Programm des Abends steht: Dieser künftige König ist kein kleiner Amokläufer, auch kein Sprengstoffmeister von Bin Ladens Gnaden, sondern ein intellektueller Hipster, der aus Langeweile und Verzweiflung an der Zivilisation zum Killer wird. Bleibt allenfalls zu klären, ob die Welt tatsächlich derart furchtbar ist, oder ob der intellektuelle Mensch nicht selber destruktive Züge trägt.
Es ist das Intro eines schrecklich inhaltsreichen bunten Abends. Der 36-jährige Regisseur Sebastian Baumgarten, im Musiktheater als einer der interessantesten Nachwuchsregisseure gehandelt und in den letzten drei Jahren ...
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Ruth Berghaus war eine der eigenwilligsten und unangepasstesten Künstlerpersönlichkeiten des deutsch-deutschen Theatergeschehens im letzten Drittel des vorigen Jahrhunderts. Vor allen Dingen mit ihren Operninszenierungen setzte sie Maßstäbe, stellte sie sich quer zu gedankenloser Routine, zu Kunstgewerbe und restaurativer Musiktheaterpflege. Rolf Liebermann,...
Man sagt dem Regisseur Jürgen Gosch eine Schwäche für Süßigkeiten nach. Wer die besten Konditoreien in Düsseldorf, Berlin, Hamburg, Hannover oder Zürich wissen will, der frage den 62-jährigen Regisseur auf Endlostournee. So raunt man in Zügen und Hinterzimmern. Irgendeine Droge muss der unermüdliche Mann ja haben, warum nicht den Downer aus schön verarbeitetem...
Frau Lorenz macht wieder Theater – Frau Lorenz, Seitenflügel vierter Stock im Gebäudekomplex Sophienstraße 18, Berlin Mitte – in der Stadt allerdings besser als «Sophiensæle» bekannt. Denn Frau Lorenz, Altmieterin noch aus DDR-Zeiten, erlebt die Kunst, die hier nun seit gut zehn Jahren Berlins Ruf als europäisches Zentrum des freien Theaters festigt, im...
