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Sebastian Baumgarten fällt am Schauspiel Hannover eine Menge zu Shakespeares «Richard III.» ein

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Da stehen sie in einer Reihe. Bevor in Hannover das große Schlachten anhebt, befinden sich Richard Gloster, seine künftigen Opfer und deren Angehörige auf Augenhöhe. Ein jeder spricht ein paar alarmierte Thesen von Baudrillard oder Giorgio Agamben und trägt so sein Scherflein zur Gegenwartsdiagnose bei, derzufolge wir sexuell, politisch und ästhetisch komplett auf den Hund gekommen sind. Zu viele Drogen, zu viel Konsum, zu viel Kommunikation, und obendrein dieses kranke positive Denken. Das Fazit zieht Richard: «In einer übersättigten Gesellschaft ist nur der Terror sinnvoll.

» Womit das Programm des Abends steht: Dieser künftige König ist kein kleiner Amokläufer, auch kein Sprengstoffmeister von Bin Ladens Gnaden, sondern ein intellektueller Hipster, der aus Langeweile und Verzweiflung an der Zivilisation zum Killer wird. Bleibt allenfalls zu klären, ob die Welt tatsächlich derart furchtbar ist, oder ob der intellektuelle Mensch nicht selber destruktive Züge trägt.

Es ist das Intro eines schrecklich inhaltsreichen bunten Abends. Der 36-jährige Regisseur Sebastian Baumgarten, im Musiktheater als einer der interessantesten Nachwuchsregisseure gehandelt und in den letzten drei Jahren ...

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Theater heute Januar 2006
Rubrik: Aufführungen, Seite 18
von Eva Behrendt

Vergriffen
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