Köln: Die Tücken des Ungesagten
Familiendramen finden noch öfter in der Wirklichkeit statt als auf der Bühne. Aber auch der im 19. Jahrhundert entwickelte Dramentypus ist unverwüstlich. Jens Albinus, der dänische Filmschauspieler, Dramatiker und Regisseur, hat diese Tradition weitergeschrieben. In seinem neuen Stück scheinen die Grundrisse aller Vorgängermodelle durch. Aber er treibt die Analyse ein Stück weiter.
Er nimmt einen Extremfall von Patchwork-Familie als Ausgangspunkt: Eine wegen weltweiter künstlerischer Tätigkeit abwesende Mutter dreier Töchter (Tschechow) von verschiedenen Vätern unterschiedlicher Nationalität kehrt zurück. Anlass ist die Verlegung des Grabes der bei einem Verkehrsunfall gestorbenen mittleren Tochter (Norén).
Betrieben wird die Familienzusammenführung von der jüngsten Tochter. Ihr Vater, ein gescheiterter Schriftsteller, hat im Haus der Mutter die Töchter erzogen. Die von der Jüngsten ersehnte «family reunion» wird natürlich ein Showdown: Jeder rechnet mit jedem ab, die Katastrophe folgt. Der Vater will sich erschießen, trifft aber nur seinen Fuß (Ibsen). Der Freund der Jüngsten, ein kiffender Softie und Flüchtlingshelfer, setzt, um sich endlich einmal als Täter und nicht nur als ...
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Theater heute März 2016
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Gerhard Preußer
Aachen, Grenzlandtheater
11. Zeller, Die Lüge
R. Jens Pesel
Aachen, Theater
9. Melle, Partner (U)
R. Eike Hahnemann
18. Walser, Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel
R. Thomas Ladwig
19. nach Lenz, Deutschstunde
R. Bernadette Sonnenbichler
Altenburg/Gera, TPT
11. Paschinger/Stengele, Das zweischneidige Schwert (U)
R. Bernhard Stengele
13. Kästner, Geschichte eines Moralisten
R....
Die Spätphase des Harold Pinter war ein langsames Verstummen. Seine letzten Dramen waren kaum noch abendfüllend, manche dauerten nur wenige Minuten. Und als er 2005 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde, hatte der englische Dramatiker und Drehbuchautor die Produktion bereits ganz eingestellt. Auch «Party Time» (1991) war in der vom Autor selbst...
Marco Reus hat eine Polizistin erschossen und sich mit einem Hippie-Mädchen in einer Lagerhalle verschanzt. Halt, Stop! Das stimmt natürlich nicht. Sieht aber erstmal so aus, wenn das Spiel losgeht auf der Werkstattbühne des Pfalztheaters: Daniel Mutlu in der Rolle des Ex-Bundeswehrsoldaten Daniel C., der seit seinem Afghanistan-Einsatz von seiner Umgebung für...
