Fanveranstaltung: Tricks of the Light
Es ist fürwahr nicht leicht, den Glamour des alten Hollywood an diesen Ort zu tragen. In der Hamburger Kulturfabrik Kampnagel, wo allabendlich große Massen Publikum verklappt werden, lenkt eine beflissene Lautsprecherstimme die Zuschauerströme vor die jeweils richtige Eingangstür: für Wladimir Kaminer bitte nach K6, für «Nazisupermenschen» von Showcase Beat le Mot nach K1 usw.
Vor K2, wo die Herren Jarvis Cocker und Chilly Gonzales ihr Work-in-progress-Projekt «Room 29» präsentieren werden, staut sich gleichwohl eine lange Schlange, denn hier hat sich die Dramaturgie etwas Lustiges ausgedacht: Ein Hotelpage (Manuel Muerte) fragt jeden Gast nach seinem Namen, um ihm einen Schlüssel zu Zimmer 29 zu überreichen.
Nach einer halben Stunde unumgänglichen Unsinns sind endlich alle Zuschauer «eingecheckt». Fast wirken sie etwas peinlich berührt, als sie mit dem Rollkoffer auf die Bühne kommen: der ehemalige Pulp-Frontmann Jarvis Cocker, geboren in Sheffield, Absolvent des Londoner St. Martins Art College, wo er Ende der 80er – angeblich – die im wohl größten Pulp-Hit «Common People» (1995) verewigte spätere Gattin von Yannis Varoufakis datete. Mittlerweile hat er nicht nur eine Ehe, ...
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Theater heute März 2016
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Eva Behrendt
Für wilde Kipp-Momente haben sie in Rostock bekanntlich ein Faible. Intendant raus, Intendant rein (TH 5/2015); Theaterneubau hin, Theaterneubau her; vier Sparten plus zwei nach dem Willen des Intendanten Sewan Latchinian, oder doch – widdewiddewitt – vier Sparten minus zwei nach Bürgerschaftsbeschluss. Es ist der der reinste Klipp-Klapp-Boulevard. Nur ohne Lacher.
...1. Prozess, nicht Produkt
Wir sind keine Ressource für dein nächstes künstlerisches Projekt. Du magst in deiner speziellen Kunst talentiert sein, aber denke nicht, dass das automatisch zu einem ethischen, verantwortlichen und selbstbestimmten Prozess führt. Beschäftige dich mit der Entwicklungsdynamik von Gruppen, aber bedenke auch, dass es keine absolut...
Dass das Theater bei seinem Besuch im Deutschen Bundestag vor «spielerischen Versuchsanordnungen» nicht zurückschrecken würde, war zu befürchten. «Ich bitte Sie jetzt – ohne lange zu überlegen – ihren politischen Standort zu bestimmen», leitet die freundliche Dramaturginnen-Stimme eine Gruppe von gut 150 Menschen im SPD-Fraktionssaal bei der «Aufwärmübung» an....
