Intelligenz? Kompetenz? Fantasie?
Wuppertal hat ’ne ganz eigenartige Melancholie. Ich bin früher da zur Schule gegangen, hab lange Jahre dort gelebt, glaube, das ist die Stadt mit den meisten Treppen der Welt. Ich liebe die Stadt dafür und für ihre eigenartige Tristesse. Aber wenn man da das Theater wegnimmt, werden selbst diejenigen, die überhaupt nicht ins Theater gehen, es früher oder später spüren, ohne dass sie es sich erklären können: etwas merkwürdig Leeres, Totes.
Womit will ich denn die Leute noch nach Wuppertal locken? Will ich denen erzählen, wir haben hier aber ein nettes, kleines Freudenhaus, und ’ne Bowlingbahn gibt’s auch? Und wir haben zwei, drei Studentenkneipen, die machen richtig gutes Frühstücksrührei? Was will ich denen denn erzählen? Schwebebahn gibt’s gerade nicht, weil man sich die Reparaturen nicht leisten kann.
Und wenn alle nur sagen, die Stadt hat kein Geld, ’nem nackten Mann kannste nicht in die Tasche fassen, dann führt das nicht weiter.
Wenn Wuppertal es sich finanziell nicht leisten kann, dann ist das Land gefragt. Man kann sich nicht Festivals wie die RuhrTriennale oder Ruhr 2010 leisten, aber nichts für die kulturelle Grundversorgung tun. Man kann nicht nur ein Feuerwerk ...
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Er war ein Mann der Mengen. Als er einmal in seinem geliebten Kochbuch von Paul Bocuse ein Kuchenrezept studierte, das unter anderem 24 Eier verlangte, sagte er zu seiner Tochter, die den Einkauf besorgte, «kauf 32»; als seine Kumpane in der Jugend aus Reisig und Holz die Osterfeuer richte-ten, stapelte er Autoreifen, steckte sie kilometerweit sichtbar in Brand,...
Um es gleich mal vorweg zu sagen: Hier geht es nicht um Unterschichts-Tristesse und Statusverlustängste von ehemals Besserverdienenden. Oder zumindest nicht so, wie man es in letzter Zeit gewohnt ist – gepaart mit trüben Aussichten und chronischer Weltuntergangsparanoia. In Sebastian Nüblings Münchner Kammerspiel-Inszenierung von «Endstation Sehnsucht» ist man...
