Intelligenz? Kompetenz? Fantasie?

Ein Wutanfall beim Gedanken an die mögliche Schließung des Wuppertaler Schauspiels

Theater heute - Logo

Wuppertal hat ’ne ganz eigenartige Melancholie. Ich bin früher da zur Schule gegangen, hab lange Jahre dort gelebt, glaube, das ist die Stadt mit den meisten Treppen der Welt. Ich liebe die Stadt dafür und für ihre eigenartige Tristesse. Aber wenn man da das Theater wegnimmt, werden selbst diejenigen, die überhaupt nicht ins Theater gehen, es früher oder später spüren, ohne dass sie es sich erklären können: etwas merkwürdig Leeres, Totes.

 
 

Womit will ich denn die Leute noch nach Wuppertal locken? Will ich denen erzählen, wir haben hier aber ein nettes, kleines Freudenhaus, und ’ne Bowlingbahn gibt’s auch? Und wir haben zwei, drei Studentenkneipen, die machen richtig gutes Frühstücksrührei? Was will ich denen denn erzählen? Schwebebahn gibt’s gerade nicht, weil man sich die Reparaturen nicht leisten kann. 
 

Und wenn alle nur sagen, die Stadt hat kein Geld, ’nem nackten Mann kannste nicht in die Tasche fassen, dann führt das nicht weiter. 
 

Wenn Wuppertal es sich finanziell nicht leisten kann, dann ist das Land gefragt. Man kann sich nicht Festivals wie die RuhrTriennale oder Ruhr 2010 leisten, aber nichts für die kulturelle Grundversorgung tun. Man kann nicht nur ein Feuerwerk ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute März 2010
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Armin Rohde

Vergriffen
Weitere Beiträge
Zwischen Elite, Kunst und Quote

Der Demos», sagt Herfried Münkler, «ist aus einem Politikpartizipanten in einen staunenden Fernsehzuschauer verwandelt worden.» In ein für Populismus jedweder Art anfälliges Stimmvieh. Aus dem Volk ist eine Masse geworden, die sich lobbyistisch für Partikularinteressen zusammenfindet, ohne noch über ein Gemeinsames zu verfügen. So entsteht gewissermaßen ein neuer...

«Ich will Stille erzeugen»

Thomas Assheuer Herr Haneke, für Ihren Film «Das weiße Band» sind Sie mit Lob überschüttet worden, in Cannes gab es 2009 dafür die Goldene Palme, und den Europäischen Filmpreis haben Sie auch bekommen. Vor allem für die Kinderszenen hat man sie gefeiert. Wie haben Sie die Kinder gefunden? 
 

Michael Haneke Es war viel Arbeit. Wir wollten ja nicht nur begabte Kinder...

Schlimm, ganz schlimm

Früher wurden noch Witze über Ostfriesen, Blondinen, Politiker oder die DDR gerissen – heute ist der Gutmensch die Zielscheibe des gepflegten Spotts. Denn hinter dem Anspruch, auch noch die beste aller Welten zu verbessern, vermuten Skeptiker nicht ganz zu Unrecht unlautere Motive. Autorin Ingrid Lausund macht gleich fünf solcher selbsternannter Menschheitsretter...