Lebt man ewig so?

Deutsches Berlinale-Special: Matti Geschonnecks Ost-68er-Film führt an den «Boxhagener Platz»

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Was im Berlinale-Special läuft, ein buntes Bukett von Historischem, Neuem, gern auch gala-mäßig im Friedrichstadt-Palast, sucht Berlinale-Chef Dieter Kosslick höchstpersönlich aus. Dieser Umstand verspricht eher kulina­risches Kino (eine ganze Reihe unter diesem Titel, mit Abendessen kombiniert, gibt es mittlerweile auch). Auch gelungene Hausmannskost findet hier ihren Platz, Kino für Bauch und Herz. 
 

So kocht Otti.

Fünf Ehemänner hat sie nichtsdestotrotz unter die Erde gebracht (von der langweilig verheirateten Tochter Renate neidvoll kommentiert), Rudi, der sechste, ist bettlägerig. Doch Otti stürmt über den Friedhof, immer zwei Schritte schneller als Enkel Holger (Samuel Schneider), ein Junge von zwölf Jahren, noch zwischen allen Welten und Zeiten, der still und staunend das Treiben der Alten und Mittelalten beobachtet. In Torsten Schulz’ Roman «Boxhagener Platz» (2004) war die ganze Geschichte aus seiner Perspektive erzählt, und auch Regisseur Matti Geschonneck scheint ein wenig in die Haut dieses so distanzierten wie involvierten Kindes geschlüpft zu sein, dem die Welt so ist, wie sie ist: alltäglich und erstaunlich im selben Gang.
 

Es ist die Welt von ’68, dem Jahr, als sich ...

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Theater heute März 2010
Rubrik: Magazin, Seite 61
von Barbara Burckhardt

Vergriffen
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