In der Stoff-Werkstatt
«Mit Toves Texten zu arbeiten, heißt für mich auch immer mit sich selbst zu arbeiten», so formuliert es die Regisseurin Anja Behrens. Und mit «Tove» meint sie Tove Ditlevesen (1917–1976), jene dänische Schriftstellerin, die in der «Kopenhagen-Trilogie» von ihrem Leben und Arbeiten erzählt: vom Aufwachsen in einem Arbeiterviertel, vom zähen Kampf für ihren Traum, Gedichte zu schreiben, und von ihrer Suchterkrankung als erwachsene Frau.
Ditlevsen se -zierte in ihren Werken schonungslos das eigene Ich, verwob auf irritierende Weise Realität und Fiktion, passte mit ihnen kaum in ihre eigene literarische Zeit. In Dänemark erschien die «Kopenhagen-Trilogie» 1967. Als Ursel Allenstein diese ins Deutsche übersetzte, wurde die Autorin 2021 hierzulande wiederentdeckt, wurde gefeiert als eine Ausnahme-Erzählerin mit einer Sprache so lakonisch wie feinsinnig und brutal.
Schnell hat es Ditlevsens Werk auf die Theaterbühnen geschafft. Jüngst auch in Bremen, in der Regie von Anja Behrens. Mit Emma Floßmann, Lisa Guth und Irene Kleinschmidt entscheidet sich Behrens für drei Spielerinnen mit je 20 Jahren Altersunterschied, quasi aus drei Generationen. Eine kluge (Be)Setzung. Umso klüger, da sich ...
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Theater heute November 2025
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Katrin Ullmann
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