Im Themenstrudel
Es gibt diesen einen kurzen Moment. Da berichtet Laura Uhlig von einem auffälligen Knoten, der bei ihr festgestellt wurde und dann glück -licherweise eine harmlose Vernarbung war. Da erzählt Jonas Anders in einem Halbsatz von seiner Krebserkrankung vor zwei Jahren und seiner seither immer währenden Angst vor jeder Nachsorgeuntersuchung. Und da spricht Günter Schaupp von seinem nächsten Präventivtermin und von Prostata-Krebs als häufigste Krebsart bei Männern.
Es ist nur ein kleiner Augenblick – beinahe gehen die wenigen Satzschnipsel in der riesigen Materialsammlung unter –, da wird Helge Schmidts Inszenierung «Die Krebsmafia» persönlich. Da werden aus Zahlen Schicksale, werden aus Statistiken Schrecksekunden, da wird der Krebs präsent. Da sind die Schauspieler:innen direkt betroffen.
500.000 Menschen pro Jahr erkranken in Deutschland an Krebs, und – wo Leid ist, ist auch Geld – rund 3,2 Milliarden Umsatz wird mit Krebsmedikamenten gemacht. «Pharmagold» wird dieses Kapital genannt und bietet – wo Geld ist, ist auch Gier – für Ärzte und Apotheker manch illegale Möglichkeiten zur Gewinn-Optimierung. 2014 gingen die Investigativ-Jour -nalisten Oliver Schröm und Niklas Schenck dem ...
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Theater heute 7 2022
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Katrin Ullmann
Nein wirklich, was die Klimabewegung betrifft, waren die Theater in den Anfängen nicht gerade vorn mit dabei. Während gesellschaftliche Themen wie #MeToo, struktureller Rassismus, Klassismus, Diversität und Inklusion rascher aufgegriffen wurden, haben die Häuser in puncto Klimaschutz eher etwas länger geschlafen als viele Vertreter:innen der Zivilgesellschaft und...
Heilige Schrift I» – darunter macht es Wolfram Lotz nicht mehr. Mit gerade mal einem halben Dutzend Stücken in den Dramatiker-Olymp aufgestiegen, holt er nun auf einen Schlag nach, was er im letzten Jahrzehnt an Seiten gespart hat. Ein Jahr lang einfach «alles» aufschreiben, so der Plan (den Rainald Goetz bereits 1998 mit «Abfall für alle» schon einmal...
Wer den Matthäikirchhof in Leipzig betritt, der fühlt sich sofort an Marc Augés Idee der Nicht-Orte erinnert. Denn statt einer Kirche, wie der Name vermuten lässt, stehen hier rund um einen Parkplatz nur angeranzte DDR-Bürogebäude, die ab 1986 die lokale Filiale der Stasi beherbergten. Dabei ist dieser Platz einer der ältesten der Stadt. Die namensgebende Kirche...
