Sweet Dreams Are Made Of This
Sivan Ben Yishai erzählt. Wie die Autorin sich das kollektiv betriebene Café «k-fetisch» als zweites Neuköllner Wohnzimmer ausgesucht hätte, wie die Räume zeitweilig geschlossen worden wären aufgrund von Vorwürfen gegen sexistisches Verhalten von Mit -arbeitern, wie das Kollektiv daraufhin die Vorwürfe und den internen Klärungsprozess in einem Newsletter öffentlich gemacht hätte. Sie beschreibt, dass so etwas im Theaterkontext unmöglich wäre: den Betrieb anzuhalten, Konflikte in einem performativen Akt offenzulegen, sich angreifbar zu machen.
Und so ist ihre Rede zur Eröffnung des Körber Studios Junge Regie vor allem ein Mutmachen an die jungen Theater -macher:innen, die sich Anfang Juni im Hamburger Thalia in der Gaußstraße treffen: Wie es ist, muss es nicht bleiben. Man kann Theater auch anders denken, nicht als Konkurrenz im Erfüllen von Arbeitsabläufen, sondern als Hinterfragen dieser Arbeitsabläufe. «Durchs Spiel die Welt als veränderbar begreifen», zitierte Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda kurz zuvor Max Frisch, und diese Funktion des Theaters gibt auch Sivan Ben Yishai dem Nachwuchs mit auf den Weg.
Das Theater als veränderbar zu begreifen, das würde allerdings auch ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute 7 2022
Rubrik: Festivals, Seite 45
von Falk Schreiber
Nein wirklich, was die Klimabewegung betrifft, waren die Theater in den Anfängen nicht gerade vorn mit dabei. Während gesellschaftliche Themen wie #MeToo, struktureller Rassismus, Klassismus, Diversität und Inklusion rascher aufgegriffen wurden, haben die Häuser in puncto Klimaschutz eher etwas länger geschlafen als viele Vertreter:innen der Zivilgesellschaft und...
1942 - 2022
Wenn es das Bremer Theater als gesicherten Vier-Sparten-Betrieb heute noch gibt, hat das sicher viel mit Klaus Pierwoß zu tun. In seiner Zeit als dortiger Generalintendant von 1994 bis 2007 hat er das Haus vor der Insolvenz gerettet, mit insgesamt neun Kultursenatoren konstruktiv gestritten, hat sich ins Werder-Trikot gestürzt und mit Otto Rehhagel das...
Es sollte eine Rückreise in eine neue, alte Normalität werden, der Ausflug zu den Passionsspielen nach Oberammergau im idyllischen Oberbayern: ein Groß-Event, 4500 Menschen ohne Maskenpflicht in einem Raum, kaum noch vorstellbar nach den letzten beiden kontaktreduzierten Corona-Jahren, die auch die Passionsspiele ausbremsten. Doch schon im Zug von Berlin nach...
