«Ich will nicht mit Netflix konkurrieren»

«Afterhour» hieß Alexander Giesches erste Produktion nach den beiden Lockdowns, die es auch in der Schweiz gab. Ein vorerst letztes Parkbank-Gespräch über Kunst und Entschleunigung in pandemischen Zeiten

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Tobi Müller Mit «Holozän», dem Abend nach der Novelle von Max Frisch, ist Ihnen ein Hit zum Klimawandel gelungen, mit Einladungen und Preisen. Die Nachfolgearbeit heißt «Afterhour» und wurde als Poem zur Post-Pandemie verstanden. Im Nachtleben ist eine Afterhour allerdings ein Absturzladen, in dem man morgens noch einmal ganz viele Drogen nimmt und komische Dinge erlebt, bevor man gemeinsam runterkommt. 
Alexander Giesche Die erste Ecstasypille, der erste Lockdown: Da gibt es viele Parallelen.

Techno war die Zeit ohne Worte, zumindest am Anfang der Bewegung in den neunziger Jahren. Und heute habe ich das Gefühl: Es wird eine Zeit kommen, in der es erneut keine Worte mehr für das gibt, was wir gerade erleben. Deshalb spielt «Afterhour» in einer wortlosen Zeit. Alles gesagt: Das war die Ursprungsidee des Projekts. Bei «Holozän» dachte ich, das sei der letzte Abend zum Weltuntergang. Mein privater Weltuntergang war allerdings, dass mein Vater während der Proben starb. Das nächste Stück hätte auch deshalb ein Stück werden sollen, in dem nicht die Trauer der Startpunkt ist. Doch dann kam Corona um die Ecke. Ob wir nun schon im Danach stecken oder ob es jemals ein Danach geben wird, ...

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Theater heute Oktober 2021
Rubrik: Parkbank-Gespräche, Seite 20
von Tobi Müller

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