Hochglanz-Fasching

Eugène Labiche «Die Affäre Rue de Lourcine» (Schiffbau)

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Man muss die vier Schauspieler, vor allem Klaus Brömmelmeier als Lenglumé, dafür bewundern, wie präzis und atemlos flott das alles vonstatten geht, dieser unendliche Unsinn. Wie satt und sauber da jedes Wort sitzt, wie dicht da eins ins andere fällt, genauso wie das Wohnzimmer der Lenglumés zu Beginn, das nicht auf der Bühne (von Thilo Reuter) steht, sondern mit einer riesigen, dem Publikum entgegenstürzenden Wand auf selbige fällt. Wie da quasi der Schwank nicht mit der Tür ins Haus, sondern mit dem Wohnzimmer ins Theater fällt.

Es gibt da nach ein paar einlullenden urbanen Techno-Projektionen auf eben diese Wand einen Rumms, einen Luftzug, dass einem die Haare zu Berge stehen, und eine Staubwolke, bestehend aus dem großbürgerlichen Verlogenheitsmief des Salon Lenglumé und dem gesellschaftlich recht ähnlich gelagerten Puder der Damen im Parkett.

Aber wozu? Im Boden versinken möchte man ja bereits beim Auftritt der ersten Figur, Butler Justin nämlich (Jan Bluthardt), der eine Negermaske tragen muss mit roten Wulstlippen und der auch reden muss, als wäre er einer jener dauernd gutgelaunten Domestiken aus alten Filmen. Das kann dann noch so sehr mit Kolonialisierungskritik oder so zu ...

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Theater heute April 2011
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Simone Meier

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