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Die 61. Berlinale prunkte mit Identitätsrätseln und großartigen (Theater-)Schauspielern, die sie zu stellen wissen – von Sandra Hüller bis Bruno Ganz. Von Christian Rakow

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Von einer Übersiedelung nach Marseille ist dringend abzuraten. Zumindest wenn man sich die Fallbeispiele auf der diesjährigen Berlinale vor Augen führt. In Jan Krügers Forumsbeitrag «Auf der Suche» erleidet Volksbühnen-Novize Trystan Pütter in der Rolle eines ausgewanderten Arztes in der sonnig grauen Mittelmeerstadt den totalen Selbstverlust: Drogen, Affären mit beiderlei Geschlechtern (obwohl Simon eigentlich homosexuell ist), schließlich Selbstmord, oder doch bloß eine Überdosis? In jedem Fall: bitter.

Bitter auch, wie sich Thalia-Ensemblegröße Felix Knopp als Hoch­stapler in Jan Schomburgs Panorama-Film «Über uns das All» von seiner Ehefrau (Sandra Hüller) davonstiehlt. Erst täuscht er ihr einen prächtigen Uni-Abschluss in Medizin vor, dann heißt es: Komm, wir ziehen nach Marseille. Schließlich reist er schon mal vor, um sich alsbald in der Gluthitze des Südens mit Abgasen aus seinem Auto selbst aus dem Verkehr zu ziehen. Allons enfants de la patrie – Marseille, ein betoniertes Grab für heimatferne Melancholiker.


    Virtuosinnen der Verdrängung

Die 61. Berlinale – aus dem Theaterblickwinkel angeschaut – war ein Filmfest der Identitätsstöbereien, ein Fest, auf dem mal mehr, mal ...

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Theater heute April 2011
Rubrik: Berlinale, Seite 38
von Christian Rakow

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