Hard facts im Milljöh
Ein schöner Film, ein immer wieder lustiger Film. Ein schneller, wendiger und oft verblüffender Film. Wobei die Geschichte einer arbeitslosen, alleinerziehenden Alkoholikerin und ihrer ebenso bedürftigen, aber weitaus bodenständigeren Freundin, die als ambulante Altenpflegerin jobbt, natürlich nur bedingt komödientauglich ist. Da ist zuviel Echtwelt drin. Aber von deren Miseren wird auf so kunstvoll pointierte Weise erzählt, dass die Straße gewissermaßen zu schweben beginnt. Und fröhlich anzusehen ist das Ganze ohnehin.
Zwei Frauen in einem heruntergekommenen Mietshaus im Berliner Osten, Prenzlauer Berg oder so. Die ohne Arbeit und mit Sohn wohnt ganz unten, eine Zugezogene aus dem westlichsten Westdeutschland (Freiburg), mit abgestürzt künstlerischem Hintergrund (hobbymalende Schaufensterdekorateurin) und kürzlich zerbrochener Ehe. Die mit dem Altenpflegejob war ein Heimkind in der Hauptstadt der DDR und hat sich vorgenommen, es zu schaffen im Leben und mit den Männern. Sie haust in einer piccobello Jungkleinbürgerbude ganz oben und kann abends von ihrem Balkon aus die Sterne sehen – oder, wenn sie aufsteht und nach unten blickt, den Apotheker von schräg gegenüber, der oft ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ruth Berghaus war eine der eigenwilligsten und unangepasstesten Künstlerpersönlichkeiten des deutsch-deutschen Theatergeschehens im letzten Drittel des vorigen Jahrhunderts. Vor allen Dingen mit ihren Operninszenierungen setzte sie Maßstäbe, stellte sie sich quer zu gedankenloser Routine, zu Kunstgewerbe und restaurativer Musiktheaterpflege. Rolf Liebermann,...
Man sagt dem Regisseur Jürgen Gosch eine Schwäche für Süßigkeiten nach. Wer die besten Konditoreien in Düsseldorf, Berlin, Hamburg, Hannover oder Zürich wissen will, der frage den 62-jährigen Regisseur auf Endlostournee. So raunt man in Zügen und Hinterzimmern. Irgendeine Droge muss der unermüdliche Mann ja haben, warum nicht den Downer aus schön verarbeitetem...
Es gibt Poptitel, die bringen eine Situation mehr auf den Punkt als seitenlange Dialoge. Also legt sich die ohnehin labile Charlotte im Moment einer besonders großen Krise (ihr alkoholkranker Freund ist gerade gestorben) hin, und es ertönt der Popsong «Suicide Is Painless». Und also singt Charlottes spießiger Bruder Julius, der aus der Enge seiner Ehe zu Charlotte...
