Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Mateja Koležnik setzt Ödön von Horváths Oktoberfest-Stück «Kasimir und Karoline» am Wiener Burgtheater auf Koks, Markus Öhrn lässt Ingmar Bergmans 1970er-Jahre-Fernseh-Hit «Szenen einer Ehe» eskalieren

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So schlecht können die Zeiten gar nicht sein, gekokst wird immer. Kasimir hat zwar gerade seinen Job als Chauffeur verloren, aber wozu kennt er einen kleinkriminellen Dealer? Karoline möchte sich gesellschaftlich hocharbeiten, das weiße Pulver gehört zum Aufstieg ja quasi dazu. Seltsam eigentlich, dass noch niemand das Oktoberfest von seiner Drogenseite her beleuchtet hat: als schneller, trauriger Rausch, der rasant in einen bodenlosen Kater führt. 

Normalerweise wird in Ödön von Horváths Oktoberfest-Klassiker «Kasimir und Karoline» zünftig Bier getrunken.

Das Zerbrechen einer Beziehung wird als böses Märchen erzählt, von einem Paar, das durch die Wirtschaftskrise hart auf die Probe gestellt wird – und scheitert. Wo der Kapitalismus zuschlägt, hört die Liebe auf. In Horváths berühmter «Stille» wachsen einem die unbeholfenen Figuren meist schnell ans Herz. Sie würden ja gern gut sein, aber irgendwie hat sich alles gegen sie verschworen, weil das Politische halt leider auch privat ist. Vielleicht sind wir zu schwer füreinander, sagt Karoline am Beginn. 

Regisseurin Mateja Koležnik ist gnadenlos, sie hat das Stück zugespitzt und auf Koks gesetzt. Die beiden sind nicht zu schwer, ...

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Theater heute Mai 2023
Rubrik: Aufführungen, Seite 18
von Karin Cerny

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