Gemeinschaft und Individualität

Ayham Madji Agha glaubt, dass wir trotz unterschiedlicher Herkünfte und Vergangenheiten deutsch sein können

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Die Existenz verschiedener Religionen, Ideologien und Ethnien an ein und demselben Ort deutet auf zweierlei hin: nämlich entweder darauf, dass es einen Bürgerkrieg geben wird, oder darauf, dass dieser Ort gedeihen wird. Im Jahr 2015 sind 1.300.000 Menschen nach Deutschland gekommen. 40 Prozent der Bevölkerung haben vielfältige Hintergründe und Ethnien. 200.000 Menschen kommen jährlich nach Deutschland.

Solche Zahlen und Statistiken üben allem Anschein nach Einfluss auf die Welt der Literatur, der Lyrik und des Theaters aus; ihre Existenz als geschriebene Buchstaben an sich verleiht dem Stoff mehr Glaubwürdigkeit und ein Gefühl der Stabilität und Massivität. Kultur ist Moral, und die Moral wiederum ist die Krönung der Erkenntnis. Wir müssen wissen, wer wir sind – wir, die wir heute an einer Heimat teilhaben, welche ehemals anderen Menschengruppen gehörte, die uns in Beschreibungen ähneln, an einem kollektiven Gedächtnis, das mit Nachrichten, Büchern, Geschichtsstunden und Museen überhäuft ist. Nur mit dem Gemeinsamen können wir beginnen. Die Differenzen helfen uns, einzigartig und außergewöhnlich zu bleiben, zu verstehen, wer wir sind und warum wir jetzt hier sind.

Weder ...

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Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Die Heimatfrage (2), Seite 74
von Ayham Madji Agha

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