Heimat mit Anführungszeichen
«Heimat» ist ein trügerischer Begriff, er bringt Sehnsucht zum Ausdruck: nach Ruhe, Beständigkeit, Vertrautem, Einfachheit, Zugehörigkeit und tiefer Verwurzelung. Die Diagnose, dass ein wachsendes Bedürfnis nach alldem verständlich sei, weil wir in sich rasant ändernden Zeiten leben, die immer unüberschaubarer würden, ist allgegenwärtig. Gleichzeitig ruft der Begriff die erstickenden Idyllen deutscher Heimatfilme auf, mit denen die Apokalypse des Naziterrors verdrängt wurde, oder die ausgrenzende und xenophobe Spießbürgerlichkeit der 1960er/70er-Jahre-BRD.
«Heimat» ist auch ein nostalgischer Begriff, der ein «verlorenes Paradies» (zum Beispiel das der Kindheit) heraufbeschwört. Als politischer Kampfbegriff unserer Tage wird damit versprochen, die Zeit zurückdrehen zu können. Ein Heimatbegriff, der territorial definiert wird, muss gerade wegen der deutschen Geschichte auf seine «Blut-und-Boden»-Tradition hin befragt werden.
Die gegenwärtigen Debatten um den Heimatbegriff sind Abgrenzungsdebatten. Ist Heimat exklusiv? Und wer darf es sich innen gemütlich machen? Gerade in Bayern, nicht nur in Städten wie Bamberg, wird Heimat mit der Ausgestaltung einer Idylle gleichgesetzt. Jede ...
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Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Die Heimatfrage (1), Seite 28
von Sibylle Broll-Pape und Remsi Al Khalisi
In einer möglichen Zukunft: Sieben Expeditionsteilnehmer*innen durchstreifen das längst verlassene Gebiet der alten Bundesrepublik und suchen in den Ruinen einer versunkenen Zeit nach Schätzen. In der alten Hauptstadt Bonn, am ehemaligen Kanzlerbungalow, wird die Routine der Expedition plötzlich gestört.
Eine dunkle Energie beeinflusst das Verhalten der...
Die voraussehbaren Veränderungen in den ethnischen, politischen und ökonomischen Strukturen der deutschen Gesellschaft führen zu der Frage, in welcher Form Kunst und Kultur diese Ausdifferenzierungen widerspiegeln kann. Wird die deutsche Kultur weiterhin dominiert sein von der weißen ethnischen Mehrheit? Und wird der deutsche Kanon weiterhin überwiegend aus Autoren...
B
Mike Bartlett
Love Love Love (Bremer Shakespeare Company)
Wild (Theater Potsdam)
Annie Baker
The Aliens (Staatstheater Kassel)
Richard Bean
Utopia (Turbine Theater)
Jon Brittain
Rotterdam (Rabenhof Theater Wien)
Sarah Burgess
Dry Powder (Landestheater Salzburg)
C
Olivier Choinière
Die Domäne (Theater Regensburg)
Tim Crouch
An Oak Tree (Die Eiche) (Schauspiel Frankfurt)
D
Mike...
