Eine hässliche Herzogin
Hier ist es, das Stück zur Debatte um Geschlechtergerechtigkeit, zu #MeToo, zu Ohnmacht und Machtmissbrauch. Und überraschenderweise hat es die Gestalt eines mittelalterlichen Historiendramas. Christoph Nußbaumeders «Margarete Maultasch» ist aber, wie immer bei diesem Autor, viel mehr als nur ein Zeitstück: Es ist Volkstheater und ganz großes Kino, ausladender Geschichtsbogen und Krimi à la «House of Cards».
Aber eben auch die sensible und letztlich tragische Studie einer unfreiwilligen frühen Kämpferin für Gleichberechtigung, die an der Stabilität und Arroganz, an der Bräsigkeit des ungerechten Systems scheitert.
Margarete von Tirol wird im Jahr 1330 erst 12-jährig verheiratet mit dem verrückten Johann von Luxemburg und damit zur Gräfin von Tirol-Görz. «Ein Leben für ein Land» heißt die ihr aufgenötigte Devise für ihre persönliche Zukunft, der sie gewissenhaft folgt – zumal es sich um ein heiß umkämpftes Hoheitsgebiet handelt: Mit dem kindischen Johann ist kein Erbe zu empfangen, so lässt sich Margarete gegen den Willen der Kurie scheiden und heiratet den Sohn des deutschen Kaisers, einen Garanten für politischen Einfluss. Aus der «kindlichen Kaiserin» wird eine progressive ...
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Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 175
von Kathrin Mädler
Deutschland muss weniger deutsch werden. Das ist ein harter Satz. Vor allem, wenn er von einem Niederländer kommt. Ich meine das aber nicht arrogant. Ich meine das eher verführerisch.
Denn ich beobachte zwei Dinge. Heimat und Identität haben viel mit Sprache zu tun. Zum einen sind die Deutschen sehr tolerant, sie akzeptieren zum Beispiel, wenn ein Ausländer ein...
A
Nora Abdel-Maksoud
The Sequel (Maxim Gorki Theater Berlin)
FlediMan und die Jungs von der Zeche (Theater Oberhausen)
Sulayman Al Bassam
Ur (Residenztheater München)
Ibrahim Amir
Rojava (Volkstheater Wien)
Helwig Arenz
Caligula und das Mädchen auf der Treppe (Gostner Hoftheater Nürnberg)
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Zur Hölle mit den anderen (Theater Aachen)
Thomas Arzt
Die...
Donald Trump, der in Elfriede Jelineks «Am Königsweg» namentlich nicht genannt wird und um den sich doch das ganze Stück dreht, hat in dieser Saison viele Theatermacher, Zuschauer und Kritiker in Atem gehalten. Vielleicht deshalb haben sie ihn und sich in «Am Königsweg» wiedergefunden und den Text mit 9 Stimmen zum Stück des Jahres gewählt – vor Ewald Palmetshofers...
