Für Nachschub ist gesorgt
Ein Schubladendasein brauchen junge Autoren, die heute für die Bühne schreiben, längst nicht mehr zu fürchten. Nach Zeiten stiefmütterlicher Vernachlässigung kann man inzwischen fast schon von einem besonders innigen Verhältnis zwischen dem schreibenden Nachwuchs und den texthungrigen Theaterinstitutionen sprechen. Nicht zuletzt hofft man, mit den Stücken der jungen Generation auch die Interessen und Erwartungen angehender Theatergänger auszukundschaften, denn die sind schließlich das Zukunftskapital der Branche.
Bereits zum dritten Mal haben die Münchner Kammerspiele heuer ihr «Wochenende der jungen Dramatiker» ausgerichtet – wieder mit einem halben Dutzend taufrischer Werke aus der Feder angehender Theaterautoren in kurz probierten Werkstattinszenierungen und wieder mit erfreulicher Resonanz beim vorwiegend jüngeren Publikum. Dass es dabei durchaus auch zu Rückkoppelungseffekten mit dem Desiderat der Dramaturgen nach mehr politischer Relevanz und weniger selbstgenügsamer Nabelschau im Eingemachten privater Befindlichkeiten kommen kann, zeigt sich an der diesjährigen Ausbeute: kein Stück, in dem nicht Terrorismus, Krieg, Arbeitslosigkeit, die europäische Osterweiterung oder ...
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Die Pubertät als Zeit der naturwüchsigen Rebellion ist hierzulande seit längerem eine aussterbende Lebensphase. Sage und schreibe 70 Prozent aller deutschen Jugendlichen wollen ihre Kinder haargenau so erziehen, wie sie selbst groß geworden sind, fand die 14. Shell-Jugendstudie 2002 heraus. Die Revolte ist, wenn sie überhaupt stattfindet, auf die Fußballplätze...
Vom Gerede geprägt, gestempelt und verletzt. Geschlagen von Worten» – so fühlen sich die drei älteren Schwestern in «The New Electric Ballroom», mit dem Enda Walsh jüngst zum ausländischen Dramatiker des Jahres gekürt wurde. Um der Schlagkraft der Worte, dem dörflichen Tratsch zu entfliehen, haben sie sich ganz von der Außenwelt zurückgezogen, «um für immer drinnen...
Ein schöner Film, ein immer wieder lustiger Film. Ein schneller, wendiger und oft verblüffender Film. Wobei die Geschichte einer arbeitslosen, alleinerziehenden Alkoholikerin und ihrer ebenso bedürftigen, aber weitaus bodenständigeren Freundin, die als ambulante Altenpflegerin jobbt, natürlich nur bedingt komödientauglich ist. Da ist zuviel Echtwelt drin. Aber...
