Freies Theater: Großes im Kleinen
Manchmal sind ein Ort und bestimmte Menschen wie füreinander geschaffen, und wenn sie das Glück haben, sich zu entdecken, kann aus dem Zusammentreffen heraus etwas einmalig Gelungenes entstehen. Einem solchen Glücksfall verdankt sich die Existenz des Münchner Theaters am Sozialamt, kurz TamS genannt, ein Schauplatz wundersam vielgestaltiger und dabei stets unverwechselbarer theatraler Ereignisse – und das nun schon seit 50 Jahren.
Die glückliche Begegnung fand Ende der wilden 1960er statt und zwar zwischen dem Münchner Theaterpaar Philip Arp und Anette Spola, die damals schon über zehn Jahre lang spielend zusammen unterwegs waren und mit eigenen Pantomime-Programmen im Auftrag des Goethe-Instituts durch Europa und Südamerika reisten, und dem ehemaligen städtischen Brausebad in der Haimhauserstraße nahe dem Ausgangspunkt der Schwabinger Krawalle, das sich in einem so baufälligen Zustand befand, dass sich das Theaterpaar genau dort seine künstlerische Zukunft vorstellen konnte. Das Theatergründen lag damals in der Luft: «Man hat nicht drüber nachgedacht, man war halt in der Zeit drin», erinnert sich Spola. «Und man hat sich auch nicht vorstellen können, nochmal in irgendeinem anderen ...
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Theater heute Juni 2020
Rubrik: Magazin, Seite 61
von Silvia Stammen
Es begann als ein Ding in weiter Ferne. Irgendwo in China. Wir hatten schon früher von solchen Sachen gehört. Von Viren, die auf Menschen überspringen, auf Freiluftmärkten, wo Tiere, von denen wir noch nie gehört hatten, geschlachtet und verkauft wurden. Das hatten wir schon mal gehört. Dann hörten wir etwas anderes. Von Experimenten an Fledermäusen und von einem...
Der Berliner Kultursenator machte den Bühnen kurz vor Ostern schon mal Mut: «Kulturbetriebe waren die Ersten, die schließen mussten», sagte Klaus Lederer, «und werden vermutlich die Letzten sein, die wieder öffnen.» Wie lange es tatsächlich noch dauern wird, bis Theater wieder zu einem halbwegs geregelten Spielbetrieb zurückkehren können, ist derzeit noch unklar....
Personen
PERSONEN
in
WOHNUNGEN
an
ORTEN
zu
ZEITEN
Texte in durchgehenden Majuskeln zeigen einen CHOR an.
Mit jeder neuen Szene (und eigentlich immer) können die Sprecher wechseln,
unabhängig von der Positionierung im Text.
VORSPIEL IM PARTERRRE
1
Hey, setz dich. Wir haben dich wegen deiner Mail ausgesucht, die hat herausgestochen. Oder «ist», «ist...
