Gemeinsam statt einsam
Am 26. Februar, dem Tag der Premiere unserer Show «The West» an der Berliner Volksbühne, wurde auch der Patient Null in Mitte ausgerufen. Das geschah während der Berlinale, die Stadt war voll mit internationalen Gästen. Ein paar Tage später zeigte sich die Angst vor Ansteckung bereits bei den Ticketverkäufen: Die meisten Veranstaltungen waren leer. Wir hatten noch etwas mehr Publikum, vermutlich, weil die Premiere gerade erst gelaufen war. Trotzdem herrschte wohl die Überzeugung, das alles werde schnell vorbeigehen.
Unsere für Ende März angesetzte Aufführung war jedenfalls sehr gut verkauft.
Schon am Monatsanfang bekam ich jedoch Anrufe von Freunden aus Italien, die mich zum «social distancing» drängten und dazu, das wirkliche Ausmaß des Virus’ zu begreifen. Ich traf die Entscheidung, unser Büro-Team von zuhause arbeiten zu lassen.
Eigentlich sollten wir an unserem Stück «Stages of Crisis» arbeiten, dessen Premiere für kommenden Dezember am Berliner Hebbel am Ufer (HAU) geplant ist. Ich entschied, online weiterzumachen. In der zweiten Märzwoche waren wir alle bereits in selbstauferlegter Quarantäne, noch vor den offiziellen Ausgangsbeschränkungen. Auf die Dauer erwies sich das ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juni 2020
Rubrik: Szene Corona, Seite 16
von Constanza Macras
Julia Riedler war über die letzten fünf Jahre im Ensemble der Münchner Kammerspiele und hat den Erfolg des Theaters mitgeprägt: ein Porträt
Pat To Yans «Eine kurze Chronik des künftigen China» könnte sich schon bald als Prophezeiung einer neuen Weltordnung erweisen: der Stückabdruck
Michael Billington, der legendäre Theaterkritiker des Londoner «Guardian», zieht...
Als Treffpunkt schlägt Alexander Giesche das «sphères» vor, eine Mischung aus Café, Bühne und Buchladen am Rande des Zürcher Industriequartiers. Die Gegend macht einen räudigen Eindruck, Ausfallstraßen, ein Straßenbahndepot, schmucklose Bürohäuser. Aber man sollte sich nicht täuschen: Das Industriequartier ist schon längst konsequent verhipstert. Google hat hier...
Es begann als ein Ding in weiter Ferne. Irgendwo in China. Wir hatten schon früher von solchen Sachen gehört. Von Viren, die auf Menschen überspringen, auf Freiluftmärkten, wo Tiere, von denen wir noch nie gehört hatten, geschlachtet und verkauft wurden. Das hatten wir schon mal gehört. Dann hörten wir etwas anderes. Von Experimenten an Fledermäusen und von einem...
