Fokussiertes Bauen
Heinar ist einer, der sich der Konzentration auf das Wesentliche verschrieben hat. Zunehmend hat er das Sprechen eingestellt, um nur noch das zu tun, was er für existenziell hält: das Bauen. Seine Hingabe konzentriert sich vorerst noch auf das Errichten eines Eigenheims. Den Rückzug aus der Stadt will er ganz alleine schaffen – lediglich zwei Schwarzarbeiter gehen ihm zur Hand. Doch die Situation birgt ein gewisses Konfliktpotenzial, denn ganz alleine geht Heinar nicht durchs Leben. Seine Frau ist guter Hoffnung und möchte möglichst bald ins neue Häuschen ziehen.
Unterdessen aber hat ihr Vater seinen Schwiegersohn gehörig im Visier, finanziert er doch den ganzen Unsinn nur, um der Tochter endlich mal die Augen zu öffnen. Damit die merkt, dass dieser Heinar wirklich gar nichts taugt.
Auch Markus ist ganz irritiert, was da sein Kumpel treibt. Sollte er als Architekt nicht helfen bei dem Bau? Fehlen da nicht Aufsicht, Rat und Expertise? Besessen bauend, ignoriert Heinar seinen Freund, der sich stattdessen um Petra kümmert. Auf dass sie sich nicht ganz alleine fühlt. Und weil beim Richtfest alte Freunde auch nicht fehlen dürfen, sind Thomas und Christina auch noch da. Zum Helfen, ...
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Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 181
von Ulrich Khuon
Das Theater kann in der aktuellen Wertedebatte um die Begriffe «Heimat» und «Integration» eine besondere Stellung einnehmen. Es kann Haltung beziehen in seiner programmatischen Themensetzung, aber auch soziale Praktiken in seiner eigenen Arbeitsweise vorstellen.
Schon lange fühlen sich nicht alle Bevölkerungsschichten ins Theater geladen, das ist aber nicht erst...
Das Stück, um das es hier gehen soll, ist noch nicht fertiggeschrieben, deshalb ist alles, was man darüber schreiben kann, im Ordner «Mutmaßungen» abzulegen. Erzählt werden aber kann von einer Idee, von der gleich zwei Theater extrem inspiriert sind. Im Frühjahr 1811, kurz vor dem Freitod des Dichters Heinrich von Kleist, erschien unter dem Titel «Die Verlobung»...
«Heimat» ist ein trügerischer Begriff, er bringt Sehnsucht zum Ausdruck: nach Ruhe, Beständigkeit, Vertrautem, Einfachheit, Zugehörigkeit und tiefer Verwurzelung. Die Diagnose, dass ein wachsendes Bedürfnis nach alldem verständlich sei, weil wir in sich rasant ändernden Zeiten leben, die immer unüberschaubarer würden, ist allgegenwärtig. Gleichzeitig ruft der...
