Erzählen jenseits von Zuschreibungen
«IST DEIN HERUNFTSLAND SICHER?
Nach welche Kriterien?»
Für viele Künstler*innen ist Rassismus nicht erst Thema, seitdem George Floyd umgebracht wurde. Rassismus beginnt nicht bei einem weißen Polizisten, der sein Knie 8 Minuten und 46 Sekunden in den Hals eines Schwarzen Familienvaters drückt, und Rassismus endet da auch nicht.
Dazu gibt es viele wichtige Literatur-Empfehlungen: Alice Hasters «Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen», Ta-Nehisi Coates’ «Zwischen mir und der Welt», «Exit Racism» von Tupoka Ogette, Noah Sows Klassiker «Deutschland Schwarz Weiß», die Essays von James Baldwin und Audre Lorde und vieles mehr. Die diskursive Auseinandersetzung zum Abbau von Rassismus ist die eine Seite der Medaille, die andere ist die persönliche Seite, der Aufbau von Empathie, die Schaffung eines Verständnisses über unterschiedlichste Erfahrungen hinweg – bis an die Grenze der Unmöglichkeit, den eigenen Körper verlassen zu können.
Für Künstler*innen of Color ist die vielleicht relevanteste Funktion von Rassismus seine Auswirkung auf die Wahrnehmung: Wie wird es möglich, einem Schwarzen Menschen nicht als Erstes vor dem Hintergrund seiner Pigmente ins Gesicht zu schauen? ...
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Theater heute August/September 2020
Rubrik: Lektüresommer, Seite 54
von Necati Öziri
Eigentlich wollte ich Hannah Arendts umstrittenen Text «Reflections on Little Rock» von 1959 besprechen, mit dem sie sich gleich nach dem Erscheinen einige Kritik eingehandelt hatte. Sie sprach sich darin zwar eindeutig gegen Rassismus aus, machte aber eine Unterscheidung zwischen Gleichheit als politischem Recht, das durch die Verfassung gegeben sein müsse, und...
Erster Ratschlag: Kommen Sie nicht zu knapp. Sie müssen noch Hände desinfizieren, Meldezettel ausfüllen, Einbahnwegesysteme verstehen, immer brav Abstand halten. Und es schwitzt sich so schlecht unter der Atemschutzmaske. Dieser Tipp gilt für werdende Theatergänger in pandemischen Zeiten.
Zweiter Ratschlag: Hören Sie aufmerksam zu. Sie müssen noch Hände in Unschuld...
Ulrike Syha In den letzten Monaten hat die Corona-Krise unser aller Leben, auch unser Arbeitsleben, bestimmt. Ihre Auswirkungen und die damit verbundenen Veränderungen im Kulturbereich werden das noch lange tun. Das gilt natürlich auch für uns Theaterautor*innen – obwohl ich manchmal glaube, dass uns die volle Wucht der Krise wohl erst im nächsten Kalenderjahr...
