Ein Klavier geht in den Widerstand
Kurz vor der Premiere lief auf «Arte» eine Reportage über den Exodus senegalesischer Fischer. Jeder fünfte Einwohner Senegals lebte einst von der Fischerei. Seit vielen Jahren wird ihnen ihre Einkommensquelle von Trawlern der EU und Chinas weggefischt. Cash-for-Fish-Abkommen mit der Regierung Senegals machen es möglich. Den Fischern und ihren hungernden Familien bleibt nur die Arbeitsmigration in Länder der EU – wo sie unerwünscht sind.
Mit der Wut über solche Ungerechtigkeiten fühlt man sich im Kammertheater des Schauspiels Stuttgart dann fürs Erste gut aufgehoben.
Denn «Zeit wie im Fieber (Büchner-Schrapnell)» von Björn SC Deigner, eine Auftragsarbeit des Staatsschauspiels Stuttgart, stellt die richtigen Fragen: Was tun gegen Unrecht? Was tun gegen Ausbeutung, Rassismus, Armut? Was tun gegen die Kluft zwischen Arm und Reich? Wie kann man radikal etwas verändern, ohne in die Falle populistischer Vereinfachung zu geraten? Wie überhaupt könnte Revolution heute aussehen?
Deigner hat sich für diese Fragen Georg Büchner zum Vorbild genommen und dessen Gedankenwelt verinnerlicht. Einerseits bezieht er sich auf das Vormärz-Pamphlet «Friede den Hütten, Krieg den Palästen!», in dem ...
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Theater heute März 2024
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Verena Großkreutz
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