Die neuen Kräfte, die wirksam werden
TH «Am Königsweg» ist, wenn wir richtig rechnen, Ihre erste Inszenierung eines Stücks von Elfriede Jelinek?
Falk Richter Nicht ganz. Ich habe vor zehn Jahren am Wiener Akademietheater «Ernst ist das Leben» inszeniert, eine Überschreibung von «Bunbury». Aber das war natürlich kein typischer Jelinek-Text. Da gab es noch Figuren, Dialoge, entliehen von Oscar Wilde.
TH Wie ist es Ihnen denn ergangen, als Sie zum ersten Mal die 93 Seiten von «Am Königsweg» in vollen Zügen gelesen haben?
Richter Ich habe schon nach 20 Seiten gemerkt, dass ich da Gesprächsbedarf habe und Hilfe brauche. Es war gleichzeitig faszinierend und überfordernd. Es gibt ja eine lange Tradition von Jelinek-Inszenierungen unterschiedlichster Regisseure, mir persönlich sehr in Erinnerung ist Christoph Schlingensiefs «Bambiland», da hat er eigentlich nur zehn Prozent des Textes übriggelassen. Von daher war mir klar, dass ich nicht die ganzen 93 Seiten auf die Bühne bringen muss. Dann habe ich angefangen, den Text richtig durchzuarbeiten.
TH Es gibt ja ganz grob zwei Jelinek-Zugriffe: Entweder man versucht wie Jossi Wieler, doch eine psychologisch funktionierende Situation aus dem Text zu destillieren, oder man ...
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Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Stück und Inszenierung des Jahres, Seite 118
von Barbara Burckhardt und Franz Wille
Du bist Schauspieler des Jahres, und das ist fantastisch. Du hast es verdient. Du hättest es auch schon früher verdient (aber dazu später noch mal mehr). Jetzt bist du es, und das freut mich total. Gefeliciteerd.
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